Serbe zieht nach nur einem Arbeitstag in Deutschland zurück in die Heimat

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Serbe zieht nach nur einem Arbeitstag in Deutschland zurück in die Heimat

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(FOTO: Jugomedia)

Saša Cvetić aus Niš war einer der vielen Arbeitskräfte aus dem Gesundheitswesen, die auf der Suche nach einem besseren Leben nach Westeuropa gingen.

Die Vorstellung von komplett automatisierten Gesundheitseinrichtungen, in welchen man gut verdient, zog Cvetić und seine Ehefrau nach Frankfurt. Lang hat ihr Abenteuer Auswandern nicht gehalten, da sie nach nur wenigen Tagen wieder nach Serbien zurückkehrten:

„Mein Job in Deutschland hat genau einen Tag lang gehalten. An jenem Tag, an dem ich das erste Mal ‚Grüß Gott‘ gesagt habe, habe ich mich gleich auch mit ‚Auf Wiedersehen‘ verabschiedet“, so Cvetić gegenüber „Jugomedia“. Seine Ehefrau hielt es in einem bekannten Frankfurter Krankenhaus etwas länger aus. Nach 20 Tagen Arbeit tat sie es ihrem Mann gleich und kündigte.

„Keine Zeit zum Durchatmen“
Cvetić arbeitete als Pfleger in einem Altersheim: „Mit der Arbeit beginnt man um 6 Uhr morgen uns während des gesamten Tages muss man sich um alle Bewohner eines gesamten Stockwerkes kümmern. Man geht von Zimmer zu Zimmer und verrichtet alle Arbeiten – vom Waschen und Baden bis hin zur Hilfe beim Einsetzen der Zahnprothese oder beim Essen. Das ist alles sehr schwer. Während des gesamten Arbeitstages hat man keine Zeit zum Durchatmen.“

Monatlich hätte der Serbe 1.100 Euro Netto verdient, wobei die 45 Quadratmeter-Wohnung des Paares mit 850 Euro Monatsmiete zu Buche schlug. „Ich schäme mich nicht dafür, wieder nach Niš zurückgegangen zu sein. Nun habe ich einen sicheren Job im Klinischen Zentrum, den ich bereits 32 Jahre ausführe und den ich niemals wieder hergeben werde. Ich glaube, dass nur einer von 100 Serben, die nach Deutschland auswandern, wirklich einen gutbezahlten Job bekommen“, so Cvetić.