In der anstehenden Abstimmung der UN-Vollversammlung über eine Resolution bezüglich Srebrenica liegt für Serbien am Donnerstag viel auf dem Spiel. Präsident Aleksandar Vucic hat die Wichtigkeit dieses Ereignisses unterstrichen, indem er es mit einem geschichtsträchtigen Datum für das serbische Volk, dem St. Veitstag, verglich.

In der UN-Resolution geht es um die Anerkennung des 11. Juli als internationaler Tag zum Gedenken an die Opfer des Völkermordes in Srebrenica. Diese Anerkennung ist eine Folge des Massakers im Juli 1995, bei dem etwa 8.000 muslimische Männer und Jungen nach der Eroberung der Enklave durch bosnisch-serbische Truppen ermordet wurden. Die Resolution zielt darauf ab, das Bewusstsein zu schärfen und die Erinnerung an diese Tragödie wachzuhalten. Ohne aber dabei Serbien oder die Republika Srpska explizit zu erwähnen.
Reaktionen und Bewertungen
Es ist die Auffassung des serbischen Präsidenten Vucic, dass die bevorstehende Entscheidung als Demonstration für Gerechtigkeit und gegen Dominanz sowie Machtstreben gesehen werden soll. Diese Perspektive reflektiert den Wunsch nach Anerkennung der historischen Kontexte und die Ablehnung der Etikettierung des serbischen Volkes als Täter. Dieser Standpunkt wird auch in Belgrad deutlich, wo Kampagnen die Botschaft „Wir sind kein Volk der Völkermörder“ verbreiten.
Vucic erklärte am Mittwochabend in einer Telefonschalte für den TV-Sender „Informer“, dass für Serbien der Donnerstag als St. Veitstag gelte. Er zog dabei einen Vergleich zur Schlacht am 28. Juni 1389 auf dem Amselfeld (Kosovo polje) bei Prishtina gegen die Osmanen, die zur türkischen Herrschaft über Serbien führte. Der Vidovdan (St. Veitstag) trägt eine symbolische Bedeutung für das serbische Volk.
Internationale Bewertung des Massakers
Bereits im Jahr 2004 hat das internationale Gericht für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien die Ereignisse von Srebrenica als Völkermord eingestuft. Der Internationale Gerichtshof folgte dieser Bewertung im Jahr 2007. Obwohl das serbische Parlament 2010 die Gräueltaten verurteilt hat, vermied es die explizite Nutzung des Begriffs „Völkermord“.