Start NEWS POLITIK „Serbische Welt errichten“: Serbiens Innenminister sorgt für Aufruhr am Balkan
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„Serbische Welt errichten“: Serbiens Innenminister sorgt für Aufruhr am Balkan

(FOTOS: Wikimedia Commons/Дмитрий-5-Аверин, zVg.)

Im Rahmen von Feierlichkeiten seiner Sozialistischen Bewegung sprach der Innenminister der Republik Serbien, Aleksandar Vulin von der „Errichtung einer serbischen Welt“. Sein Sager verbreitete sich am Balkan wie ein Lauffeuer.

Vulin sieht laut eigener Aussage die Aufgabe der serbischen Politik darin, „die Vereinigung aller Serben, egal wo sie leben, umzusetzen.“ Außerdem appellierte er im Rahmen der Feier an den amtierenden Präsidenten Aleksandar Vučić erneut für das Amt im Frühjahr 2022 zu kandidieren.

„Alle Serben in einem Staat“
Wenig später war der serbische Innenminister im Studio des TV-Senders „Pink“ zu Gast. Im Interview erläuterte er, was er unter der „Errichtung einer serbischen Welt“ verstehe. Laut Vulin handelt es sich um einen „politischen und staatlichen Raum, der absolut friedlich und ohne eine abgefeuerte Kugel“ errichtet werden soll.

Wie lang es dauern würde, um alle Serben in einem Staat zu vereinen, wisse Vulin nicht, allerdings sei eine „politische Einigkeit“ innerhalb des serbischen Volkes von essentieller Bedeutung für die Errichtung. „Langsam, also lasst es so lange dauern, wie es dauert. Warum sind Sie so überzeugt, dass die Lage auf dem Balkan unveränderlich ist? Ich garantiere nur eines: es wird passieren“, fügte der Innenminister hinzu.

Er fügte hinzu, dass es niemanden in der Region daran störte, als „Serben aus der Krajina flohen oder sich aus dem Kosovo absiedelten”, und dass es sie jetzt stört, wenn es heißt, Serben aus den Nachbarländern sollten eng zusammenarbeiten.

Region in Aufruhr
Selbstredend hat Vulins Aussage über die „Errichtung einer serbischen Welt“ zu heftigen Reaktionen innerhalb Serbiens und der gesamten Balkanregion geführt. So rief der Helsinki-Ausschuss für Menschenrechte in Serbien die internationale Gemeinschaft dazu auf, den serbischen Innenminister zu sanktionieren.

Pristina bezeichnete Vulins Aussage als „Sinnbild für die offizielle Politik Belgrads, während Bosniens Außenministerin, Bisera Turković, Vučić dazu aufforderte, sich von den Aussagen offiziell zu distanzieren. Dazu kam es jedoch nicht, vielmehr hatte der serbische Präsident unterstützende Worte für seinen Parteikollegen.

Vučić: „Serben sind schnell mal Faschisten“
Derzeit befindet sich Aleksandar Vučić in Brüssel, wo der Dialog zwischen Belgrad und Pristina wiederaufgenommen wurde. (KOSMO berichtete) Die Kritik an Vulin aus den Ländern der Region kommentierte Vučić damit, dass es “nicht um eine Verfolgungsjagd auf Vulin“ gehe, sondern um seine Person und Serbien.

„Jedes Mal sagen sie ‚Es sind Vučić und Serbien‘, weil sie den Schuldigen für alles in Serbien finden müssen. Deshalb ist es wichtig, dass die Leute wissen, was die offizielle Politik Serbiens ist – dass Serbiens Grenzen unverletzlich sind, und das uns fremde nicht interessieren. Wir müssen was uns gehört schützen und klar und eindeutig zeigen, was unsere Politik ist“, sagte Vucic gegenüber Pink TV in Brüssel.

Auf die Frage, wie er die Behauptungen kommentierte, dass Vulins Aussagen faschistische Botschaften enthielten, erinnerte Vučić daran, dass es immer einfach sei „Serben als Faschisten und alle anderen leicht als Freunden zu betiteln”.