Ein Vergewaltigungsfall nahe Zagreb reicht bis in den kroatischen Parlamentssaal – und entfacht eine Debatte mit tödlichem Ernst.
Ein schwerer Kriminalfall in der Nähe von Zagreb hat in Kroatien eine aufgeregte öffentliche Debatte ausgelöst. Im Mittelpunkt steht ein pakistanischer Staatsbürger, dem vorgeworfen wird, eine Frau aus Nepal in einem Haus nahe der kroatischen Hauptstadt festgehalten und vergewaltigt zu haben. Der kroatische Parlamentsabgeordnete und ehemalige Minister Josip Dabro nimmt den Fall zum Anlass, um deutlich schärfere Maßnahmen gegen illegale Migration zu fordern – bis hin zum möglichen Einsatz tödlicher Gewalt.
Für Dabro illustriert der Vorfall, was er als grundlegendes Versagen des europäischen Asyl- und Abschiebewesens bewertet. Besonders Aufsehen erregte dabei eine Botschaft, mit der er seine Stellungnahme versah: „Sa zlom nema razgovora, u zlo treba pucati.“ Sinngemäß übersetzt bedeutet das: Mit dem Bösen gebe es keine Verhandlungen – gegen das Böse müsse man schießen.
Dabros Grenzschutz-Forderungen
Der frühere Minister kritisiert, dass Asylverfahren und bestehende Regelungen seiner Einschätzung nach gezielt ausgenutzt werden könnten. Insbesondere nach schwerwiegenden Straftaten müssten ausländische Täter weit rascher und konsequenter des Landes verwiesen werden.
Noch weiter reichen Dabros Forderungen im Bereich des Grenzschutzes. Der Schutz der Bevölkerung müsse bereits an der Staatsgrenze durchgesetzt werden – im äußersten Fall auch mit dem Einsatz von Schusswaffen. Internationale Verpflichtungen dürften eine Regierung nicht daran hindern, die eigene Bevölkerung zu schützen, wenn die nationale Sicherheit auf dem Spiel stehe.
Darüber hinaus brachte Dabro eine vorübergehende Aussetzung des Asylrechts für Personen ins Gespräch, die illegal nach Kroatien einreisen.
Maximale Abschreckung
Den Kern seiner Forderungen bildet der Gedanke maximaler Abschreckung. Wer illegal ins Land kommen und dort Straftaten begehen wolle, müsse bereits vor dem Grenzübertritt mit drastischen Folgen rechnen.
Dabro formulierte dies in unmissverständlichen Worten: Wer illegal einreise und dort „Unordnung“ verursachen wolle, müsse wissen, dass ihn „Verfolgung oder Tod“ erwarten könne.