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FESTNAHME IN BOSNIEN

Skandal um Ex-Zagreb-Trainer: Zoran Mamić direkt nach Verhaftung wieder frei

(FOTO: dnevnik.si)

Der mit einem internationalen Haftbefehl gesuchte und wegen Korruption verurteilte Ex-Dinamo-Zagreb-Trainer Zoran Mamić wurde in Bosnien verhaftet. Kurz darauf wurde er jedoch wieder freigelassen.

Zoran Mamić war früher der Trainer des kroatischen Fußball-Rekordmeisters „Dinamo Zagreb“. Nun musste er sich wegen Betrugs verantworten. Der Sprecher der bosnischen Bundespolizei SIPA, Luka Miladinović, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch die Festnahme von Mamić. Der Ex-Trainer wurde in Međugorje im Südwesten Bosniens zunächst verhaftet, jedoch noch am selben Nachmittag wieder entlassen. Das berichten kroatische und bosnische Medien.

Nach seiner Festnahme berichtete die Bundespolizei in Bosnien: Mamić „wurde am Morgen in Međugorje festgenommen und an das nun zuständige Staatsgericht von Bosnien und Herzegowina übergeben.“. Mamić war Berichten zufolge zunächst aufgrund eines Interpol-Haftbefehls auf Antrag seiner Heimat Kroatien festgenommen worden, nachdem er dort rechtskräftig wegen Korruption zu fast fünf Jahren Haft verurteilt worden war.

Seine Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten hatte Mamić jedoch nicht angetreten und war ins benachbarte Bosnien geflohen, wo er auch einen Pass besitzt. Daraufhin veranlasste Kroatien einen internationalen Haftbefehl.

Millionensumme veruntreut
Das Urteil des Obersten Gerichts in Zagreb war im März diesen Jahres gefallen. Daraufhin trat Zoran Mamić als Trainer von „Dinamo Zagreb“ zurück und floh ins benachbarte Bosnien-Herzegowina. Er und sein Bruder Zdravko wurden wegen Korruption für schuldig befunden.

Das Gericht kam im Zuge ihrer Ermittlungen zu dem Schluss, dass Mamić bei der Vermittlung von Spielertransfers 116 Millionen Kuna (15,3 Millionen Euro) veruntreut hatte. Zum Verhängnis wurden den Brüdern Vergehen im Rahmen von Transfers wie im Falle von Superstar Luka Modrić, bei denen insgesamt rund 15 Millionen Euro veruntreut und 1,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen wurden. Ebenfalls in derselben Sache verurteilt wurde Mamićs Bruder Zdravko, der sich ebenfalls nach Bosnien-Herzegowina abgesetzt und für unschuldig erklärt hatte.

Strenge Auflagen für Mamić
Das Gericht in Sarajevo hat Mamić noch am Mittwochnachmittag wieder freigelassen – unter der Bedingung, dass er sich einmal pro Woche bei der Polizei melde. Mamić musste demnach auch seinen Pass und andere persönliche Dokumente an die Behörden übergeben und darf Bosnien-Herzegowina nicht verlassen. Zwischen beiden Ländern gibt es kein Auslieferungsabkommen. Neben der kroatischen, hat Mamić auch die bosnisch-herzegowinische Staatsbürgerschaft.

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