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Ausnahmefall

Skifahren ohne Kosten: Dieser Skiberg ist für alle gratis!

Skifahren ohne Kosten: Dieser Skiberg ist für alle gratis!
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Während Skifahren zum Luxussport wird, bietet ein Schweizer Skigebiet das Unmögliche: komplett kostenlose Pisten. Der Betreiber finanziert das Winterparadies aus eigener Tasche.

In einer Zeit, in der Skifahren zum Luxusvergnügen geworden ist, überrascht ein Schweizer Skigebiet mit einem ungewöhnlichen Konzept. Während Tagesskipässe in Österreich mittlerweile vielerorts die 80-Euro-Marke erreichen und in der Schweiz sogar jenseits der 100 Euro liegen, existiert im Nachbarland tatsächlich eine Ausnahme von dieser kostspieligen Regel: ein Skigebiet, das seine Pisten vollkommen gratis anbietet.

Im Wallis liegt Télégiettes, wo Wintersportler an sämtlichen Betriebstagen ohne Ticketkosten die Lifte nutzen und die Pisten hinabgleiten können. Dieses außergewöhnliche Angebot wird durch Spendengelder und das persönliche Engagement des Betreibers Alain Bosco ermöglicht. Das kleine Skigebiet, das sich zwischen 1300 und 1800 Höhenmetern erstreckt, wurde in den 1960er-Jahren eröffnet und zählte damals zu den Pionieren des Schweizer Wintersports.

Ursprünglich sollte Télégiettes sogar an das weitläufige Skigebiet Portes du Soleil – eines der größten weltweit – angebunden werden. „Aus verschiedenen Gründen kam es nicht dazu. Der kleine Ort blieb isoliert. In den 1970er- und 80er-Jahren erlebte er seine Blütezeit, bevor er an Bedeutung verlor und schließlich schließen musste“, erklärte Bosco dem französischen Portal „Bfmtv“ in der vergangenen Wintersaison.

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Boscos Initiative

Die Wende kam 2004, als Bosco die Initiative ergriff. Der vermögende Immobilienunternehmer mit Wurzeln im Wallis hauchte dem verlassenen Areal neues Leben ein. In unmittelbarer Nähe der veralteten Liftanlagen eröffnete er zunächst das Luxushotel Whitepod mit seinen charakteristischen, igluförmigen Kuppelzimmern.

Der Erfolg dieser Unternehmung inspirierte ihn dazu, die beiden Skilifte auf eigene Rechnung zu renovieren – und sie anschließend für jedermann kostenlos zugänglich zu machen. Obwohl Télégiettes nicht mit den Dimensionen großer Skiresorts mithalten kann, bietet es für ein gebührenfreies Angebot eine beachtliche Infrastruktur: Die Besucher können etwa acht Kilometer Pisten, zwei Schlepplifte sowie ergänzende Winteraktivitäten wie Langlaufloipen und Schneeschuhwanderwege nutzen.

Gemeinnütziges Konzept

Betreiber Bosco verfolgt dabei bewusst einen gemeinnützigen Ansatz ohne Gewinnabsicht. Er betont, dass ihm die Freude am Wintersport und der Gedanke, Skifahren für alle erschwinglich zu machen, wichtiger sind als wirtschaftliche Rentabilität.

Die jährlichen Aufwendungen für Pistenbearbeitung, Liftbetrieb und Sicherheitsmaßnahmen belaufen sich laut Medienberichten auf circa 60.000 Franken – etwa die Hälfte dieser Summe trägt Bosco aus eigenen Mitteln.