Slađa Allegro: „Wenn es nach meinem Mann ginge, würden wir schon in...

INTERVIEW

Slađa Allegro: „Wenn es nach meinem Mann ginge, würden wir schon in Wien leben“

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(FOTO: Jovana Vasilić)

Diesen Sommer wurde die attraktive Sängerin zum ersten Mal Mutter. Nachdem sie sich eine kleine Pause vom Scheinwerferlicht gegönnt hat, kehrte sie auf die Bühne zurück und hat einen Megahit im Gepäck.

KOSMO: Nach einer kurzen Babypause feierst du dein Comeback mit einer schnellen Nummer, einem Duett mit Šaran. Wieso hast du dich genau für diesen Song entschieden?
Slađa Allegro: Ich würde es nicht als Duett, sondern als seinen Gastauftritt in einem meiner Musikvideos bezeichnen. Im Showbusiness ist alles erlaubt: man darf vulgär, dumm und primitiv sein. Tatsächlich darf man alles sein. Es stellt sich nur die Frage, wie man sich präsentieren möchte und welches Ziel man verfolgt. Meines war es, Aufmerksamkeit zu erregen und ein Lied herauszubringen, das schnell und fröhlich ist. Ich habe mir gedacht, dass das Lied mein Comeback ist, allerdings war ich – wenn wir uns ganz ehrlich sind – niemals wirklich weg. Mein Publikum hatte nicht das Gefühl, dass ich karrieretechnisch nicht da bin. Das hat mir gezeigt, wie meine Karriere bzw. Arbeit erlebt wird, die ich jahrelang aufgebaut und in welche ich vor allem viel Zeit und Liebe investiere.

Das Video zu „Bataljon“ wurde in nur zwei Wochen mehr als zwei Millionen Mal geklickt. Handelt es sich um einen Song mit biographischen Zügen?
Um ehrlich zu sein, bin ich kein großer Fan von Klicks auf YouTube, da ich glaube, dass diese kein wirkliches Maß für Erfolg sind. In der heutigen Zeit kann jeder schnell Klicks kaufen. Wie erfolgreich du wirklich bist, zeigen dir deine Auftritte, die Bühne, das Publikum und die Reaktionen auf deine Arbeit. „Bataljon“ ist unsere Geschichte. Ich glaube, dass wir genau ins Schwarze getroffen haben, da jeder von uns einen „Bruder“ hat – egal ob es der wirkliche Bruder, die Schwester, der Taufpate, oder ein anderer Verwandter bzw. Freund ist – wir alle haben solch eine Person in unserem Leben. Wir, d.h. Šaran und ich, sind ein ernsthaftes Unternehmen und vor allem eine Familie, die seit Jahren bereits erfolgreich funktioniert. Wir arbeiten und leben schön und dabei denke ich nicht an Geld, sondern an Reisen, die gemeinsame Zeit und die Unterstützung und Liebe. Und ein bisschen Witz und moderne Wörter im Song stören da auf keinen Fall. Sie helfen eher dabei, Aufmerksamkeit zu erregen und möglicherweise jemandem mit dem Finger ins Auge zu fahren. Auch das ist nicht ausgeschlossen (lacht).

Hat sich deine Einstellung zum Beruf verändert seitdem du Mutter geworden bist?
Wie mein Ehemann sagen würde: „Sie hat uns wieder auf die Bahn gebracht“. Wie ich das meine? Also früher bin ich niemals vor Mitternacht schlafen gegangen. Jetzt mache ich das, um gut gelaunt, viel Geduld und alle anderen wichtigen Dinge zu haben, die es braucht um für das Kind vollends da zu sein. Guter Schlaf, Ruhe und eine gesunde Lebensweise sind einfach notwendig. Die Veränderungen fielen mir nicht schwer, da alles genau dann passierte, wann es auch so sein sollte. Ich war damals ziemlich müde und ausgelaugt von der Arbeit.

„Wie mein Ehemann sagen würde:
‚Sie hat uns wieder auf die Bahn gebracht’“, so Slađa über die Geburt ihrer ersten Tochter Mila.

Oftmals witzle ich: „Wenn ich nochmal in solch eine Phase komme, werde ich einfach wieder schwanger.“ (lacht) Meine Einstellung zum Beruf habe ich auf jeden Fall verändert, da nun etwas ganz anderes hohe Priorität genießt. Selbstverständlich wird darunter weder das Publikum, noch meine Kollegen leiden. Allerdings hat alles in meinem Leben nun ein anderes Maß und Ziel. Mein Beruf hat viel mehr Vor- als Nachteile. Meine Kollegen und ich jammern oft, dass wir wenig Zeit haben und uns alle zu viel wird. Wenn ich aber ehrlich bin, ist jeder Job anstrengend. Allerdings haben wir Sänger den Vorteil, dass wir an vier Werktagen unsere Freizeit genießen und so leben können, wie wir uns das vorstellen. Andere Mütter, die einen normalen 40-Stunden-Job haben, haben diesen Luxus nicht.

Viele deiner Kollegen sind aus Serbien ausgewandert, nachdem sie eine Familie gegründet haben. Plant ihr etwas Ähnliches?
Ich hänge sehr an meiner Familie und dabei denke ich nur an meinen Mann und meine Tochter, sondern auch an meine Mutter, Schwester und alle anderen Familienmitglieder. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und ich glaube, dass mir jede längere Trennung sehr schwer Fallen würde und ein emotionales Tief in mir hervorrufen würde. Aber man sollte niemals nie sagen. Ich denke, dass man sein Leben auch in Serbien schön gestalten kann, insofern man sich ausreichend bemüht. Es ist nicht so, als gäbe es überhaupt keine Perspektiven und Leben in Serbien. Egal wohin man geht, muss man arbeiten und sein Maximum geben, um gut leben zu können. Das Problem in Serbien ist, dass man viel arbeitet und trotzdem nicht anständig leben kann. Mein Ehemann würde jedoch schon morgen wegziehen, wenn es nach ihm gehen würde. Aber da es nicht nur nach ihm geht (lacht), werden wir noch etwas warten. Vielleicht denken wir anders, wenn Mila dann zur Schule geht.

Welche Stadt für Slađa und ihre Familie Auswanderungsziel Nummer eins ist, lest ihr auf der zweiten Seite!