Österreich führt die EU-Inflationsstatistik an – mit weitreichenden Folgen für Pensionisten. Die Teuerungswelle bestimmt, wie viel mehr Geld 2026 auf dem Konto landet.
Die Inflation in Österreich kletterte im Juli auf 3,6 Prozent, womit das Land innerhalb der Europäischen Union die unrühmliche Spitzenposition einnimmt. Zum Vergleich: Der harmonisierte EU-Durchschnitt lag laut Eurostat bei lediglich 2,0 Prozent. Haupttreiber der österreichischen Teuerung waren Energie, Gastronomie und Nahrungsmittel, wobei besonders Strom- und Gaspreise deutlich anstiegen.
⇢ Teuerung: Darum steigt die Inflation in Österreich erneut
Diese anhaltende Teuerungswelle wirkt sich nicht nur unmittelbar auf die täglichen Lebenshaltungskosten aus, sondern beeinflusst auch die künftigen Anpassungen bei Löhnen und Pensionen für 2026. Nachdem die Pensionsbezüge im laufenden Jahr bereits um 4,6 Prozent angehoben wurden, steht für 2026 eine weitere Valorisierung (Wertanpassung) an.
Als Berechnungsgrundlage dient dabei die durchschnittliche Inflationsrate im Zeitraum von August 2024 bis Juli 2025, die aktuell bei 2,68 Prozent liegt. Diese Anpassung bedarf allerdings noch der formellen Zustimmung durch den Nationalrat.
Gesetzliche Grundlagen der Pensionsanpassung
Die rechtliche Basis für die jährliche Pensionsvalorisation bildet § 108f ASVG, der eine automatische Anpassung der Pensionen entsprechend der durchschnittlichen Inflationsrate von August des Vorjahres bis Juli des laufenden Jahres vorsieht. Diese Regelung soll sicherstellen, dass die Kaufkraft der Pensionisten erhalten bleibt.
Pensionserhöhung 2026
Mit Beginn des Jahres 2026 sollen die Brutto-Pensionen entsprechend dieses Prozentsatzes angehoben werden. Das Portal Finanz.at hat bereits Modellrechnungen erstellt, die die konkreten Auswirkungen auf Brutto- und Nettopensionen veranschaulichen.
Der dort verfügbare Pensionsrechner für 2026 berücksichtigt neben der prozentualen Erhöhung der Bruttobezüge auch die zu erwartenden steuerlichen Entlastungen sowie die angepassten Grenzwerte in der Lohnsteuertabelle, die sich aus der Abschaffung der kalten Progression ergeben. Zudem fließt die bereits seit Juni 2025 wirksame Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge von 5,1 auf 6,0 Prozent in die Berechnung ein.
Politische Positionen
Unklar bleibt derzeit noch die Höhe der Aufwertungszahl für die Sozialversicherungsbeiträge, weshalb dieser Faktor in den aktuellen Berechnungen noch nicht berücksichtigt werden konnte. Aus Regierungskreisen verlautet, dass man eine Pensionserhöhung keinesfalls über dem Inflationsniveau anstreben werde.
Die NEOS rechnen ihrerseits mit einer Anpassung, die geringfügig unter der maßgeblichen Inflationsrate von August bis Juli liegen dürfte.
Der aktualisierte Brutto-Netto-Rechner von Finanz.at ermöglicht auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Ausblick auf ihre voraussichtlichen Einkünfte ab 2026.
Die fortschreitende Inflation wird zu einer spürbaren Anhebung der Pensionen im kommenden Jahr führen.