Die Sicherheitslage entlang der Wiener U-Bahn-Linie U6 verschlechtert sich zunehmend, was Politiker der Wiener ÖVP dazu veranlasst hat, dringende Maßnahmen zu fordern. Mehrere Stationen gelten immer häufiger als Brennpunkte von Kriminalität und Gewalt. Eine umfassende Sicherheitsstrategie soll nun die Lösung bieten.

Martina Hammerer, VP-Frauenchefin von Mariahilf, beschreibt die aktuelle Situation als äußerst besorgniserregend. Im Gespräch mit „Heute“ betont sie die besondere Problematik an der U6-Station Gumpendorfer Straße, die aufgrund der steigenden Suchtgiftkriminalität zunehmend in den Fokus rückt. „Die enorme Sicherheitsproblematik entlang der U-Bahn-Linie U6 hat uns veranlasst, auf einzelne Sicherheitsbrennpunkte konkret hinzuweisen und individuelle Lösungen einzufordern,“ erklärt Hammerer. Die Suchtgiftdelikte in Wien-Mariahilf nahmen von 2022 auf 2023 um nahezu 72,8 Prozent zu, während die Gesamtzahl der Straftaten von 276 auf 477 anstieg. Besonders die Drogenberatungsstelle Jedmayer bei der U6-Station Gumpendorfer Straße sei ein wichtiger Ausgangspunkt für die stark wachsende Suchtgiftkriminalität.
Patrick Gasselich, Bezirksvorsteher-Stellvertreter von Liesing, äußert ebenfalls Besorgnis: „An Stationen wie Alterlaa oder der Schnellbahnstation Liesinger Platz herrscht große Unsicherheit.“ Die VP-Politiker fordern seit Längerem ein umfassendes Sicherheitspaket, das nun endlich umgesetzt werden soll.
Forderungen nach Alkoholverbot und Schutzzonen
Insbesondere für die Stationen Gumpendorfer Straße und Floridsdorf, die als besonders problematisch gelten, fordert die ÖVP die Einführung eines Alkoholverbots. Diese Maßnahme wurde bereits am Praterstern erfolgreich umgesetzt und führte laut Hammerer dazu, dass sich zwei Drittel der befragten Frauen dort sicherer fühlten. „Seit 2018 setzen wir uns dafür ein, doch bisher wurde nichts unternommen,“ kritisiert Hammerer.
Die Einführung von polizeilichen Schutzzonen, die in der Kompetenz des Bürgermeisters liegt, ist eine weitere Forderung der VP-Politiker. Leon Wassiq, VP-Bezirkschef in Floridsdorf, bezeichnet es als unverständlich, warum diese Maßnahmen bisher nicht ergriffen wurden. „Durch Schutzzonen könnten mehrere Kindergärten, Schulen und Spielplätze im Umkreis von 200 Metern wieder sicherer werden,“ ergänzt Hammerer.
Entlastung der Drogenberatungsstellen
Die VP-Frauenchefin von Mariahilf schlägt vor, die Drogenberatungsstelle Jedmayer zu entlasten, indem Drogenabhängige auf mehrere Einrichtungen verteilt werden. Dies könnte zu einer besseren und gezielteren Hilfe führen.
Auch der verstärkte Einsatz von Sicherheitskameras wird von der ÖVP gefordert und vom Wiener Bürgermeister Michael Ludwig unterstützt. Diese Forderung stellen Patrick Gasselich und die ÖVP Liesing bereits seit Längerem für unsichere Bereiche wie den Liesinger Platz. Kameras an U6-Stationen könnten ebenfalls sofort implementiert werden.
Ein besorgniserregender Vorfall ereignete sich am 10. September in Alterlaa, als ein etwa 50-jähriger Mann versuchte, drei Kinder in der Nähe einer Volksschule mit Spielzeug anzulocken. Die Kinder reagierten schnell und liefen davon, woraufhin die Mutter eines der Kinder Anzeige erstattete. Die Polizei nahm sofort Ermittlungen auf und hat bereits erste Maßnahmen ergriffen. Dieser Vorfall hat die ohnehin angespannte Sicherheitslage entlang der U6 weiter verschärft.
Gasselich kommentierte diesen Vorfall scharf: „Der in Alterlaa bekannt gewordene Fall ist besonders perfide und muss schnell geklärt werden. Wir fordern schon lange eine gezielte Videoüberwachung an Hotspots.“ Die Forderung nach mehr Überwachung und Sicherheitsmaßnahmen erhält durch diesen Vorfall zusätzliches Gewicht, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit von Kindern in der Umgebung von Schulen und Kindergärten.
Die Wiener ÖVP sieht in diesen Maßnahmen ein weiteres Argument dafür, warum ein umfassendes Sicherheitspaket und gezielte Maßnahmen, wie die Installation von Kameras an problematischen Stationen, dringend umgesetzt werden müssen.
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Dringende Handlungsaufforderung
Die Wiener ÖVP fordert angesichts der zunehmenden Sicherheitsprobleme entlang der U6 rasches Handeln der Stadtregierung. „Der Schutz von Fahrgästen und Anrainern muss oberste Priorität haben,“ betonen Hammerer, Gasselich und Wassiq. Die sofortige Einführung von Alkoholverboten und Schutzzonen sowie der Einsatz von Sicherheitskameras sollen zur Beruhigung der Lage beitragen. Die bisherige Untätigkeit der Stadtregierung wird scharf kritisiert, und der Druck auf Bürgermeister Ludwig wächst, endlich zu handeln.
Wiens Bürgermeister wird aufgefordert, sich auch entlang der U6-Bezirke für Sicherheitsmaßnahmen einzusetzen und diese rasch umzusetzen. „Das liegt in seiner Verantwortung, und die Kompetenzen dazu liegen beim Bürgermeister – wozu hat er diese Kompetenzen sonst?“ heißt es abschließend.