Der Österreichische Rundfunk (ORF) befindet sich im Wandel. Angesichts umfangreicher Sparmaßnahmen und geplanter Investitionen verfolgt man eine neue strategische Ausrichtung, die finanzielle Stabilität sowie eine stärkere Präsenz in der digitalen Medienlandschaft anstrebt.

Im Jahr 2025 möchte der ORF die Ausgaben um 80 Millionen Euro reduzieren. Ab 2025 erweitert ORF 1 das österreichische Film- und Serienprogramm um rund 50 Prozent. Dies wird vor allem durch verstärkte Eigenproduktionen und sparsames Wirtschaften, etwa durch die restriktive Neubesetzung von Stellen, erreicht. Jeden Montag werden Premieren heimischer Produktionen im Hauptabendprogramm ausgestrahlt, darunter Serien wie „School of Champions“, „Biester“, „Totenfrau“ und „Hunyadi“.
Onlineangebot und YouTube
Ein zentraler Bestandteil der strategischen Neuausrichtung liegt auf der Weiterentwicklung des Onlineangebots. Für 2025 sind 30 Millionen Euro für Onlineproduktionen reserviert. Die Streamingplattform ORF ON, die im Mai gestartet wurde, steht dabei im Fokus. Unter der Leitung von Matthias Settele soll eine umfangreiche To-do-Liste abgearbeitet werden, um die Nutzerfreundlichkeit und das Programmangebot weiter zu optimieren. Zusätzlich ist die Einführung des ORF KIDS-Kanals auf YouTube geplant, um Kinderprogramminhalte zu erweitern.
Besonderes Augenmerk gilt den neun Landesstudios des ORF. Ein Investitionspaket, das zweistellige Millionenbeträge umfasst, soll die Entwicklung neuer regionaler Formate fördern. Man weitet das kürzlich gestartete Diskussionsformat „Ein Ort am Wort“ auf alle Bundesländer aus.
Geisterhaushalte
Der ORF vermeldet Erfolge bei der Reduzierung der sogenannten „Geisterhaushalte“. Die Umstellung von der gerätegebundenen GIS-Gebühr auf eine Haushaltsabgabe verringerte Unsicherheiten bei über 180.000 Haushalten. Derzeit verbleiben weniger als 10.000 dieser nicht geklärten Haushalte. Diese Maßnahme trug zur finanziellen Stabilität des Senders bei, obgleich mit Zahlungsschwierigkeiten bei zuvor unbelasteten Haushalten weiterhin zu rechnen ist.
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Neben den ORF-Beiträgen sind die Werbeeinnahmen eine wichtige Einnahmequelle, die sich 2025 voraussichtlich stabil entwickeln wird. Trotz des Drucks im Hörfunkbereich gleichen Mehreinnahmen aus dem Onlinebereich diesen aus.