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VIELFÄLTIG EINSETZBAR

Studie zeigt: Botox soll gegen Depressionen helfen

(FOTOS: iStockphotos)

Deutsche Ärzte stießen in einer Studie auf positive Effekte von Botox. Der Falten-Killer solle gegen Borderline, aber auch Depressionen helfen können.

Das Nervengift Botox ist im Bereich der Beauty-Behandlungen bereits Gang und Gebe, um ungewollte Fältchen zu entfernen. Doch wie Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll herausfanden, soll der Falten-Killer auch im Einsatz gegen psychische Erkrankungen hilfreich sein, etwa um Depressionen oder Borderline zu lindern.

Botox ist als sogenanntes Muskelrelaxans dafür bekannt, Nerven stillzulegen. Hauptsächlich wird es im Schönheitsbereich als künstliche Verjüngungskur verwendet. Doch Falten sind nicht das einzige, das mit Botox bekämpft werden kann. In vielen Bereichen der Medizin wird Botox schon länger eingesetzt, um beispielsweise Kopfschmerzen zu lindern, die durch Verspannungen hervorgerufen werden.

Nun fanden deutsche Forscher jedoch ein weiteres Anwendungsfeld, nämlich im Einsatz gegen psychische Erkrankungen. Im Fokus stehen hier Depressionen und Borderline, als ein Leiden, bei dem Menschen unter extremen Gefühlsschwankungen leiden und oftmals instabile zwischenmenschliche Beziehungen führen.

Zornesfalte im Fokus von Borderline-Patienten
Die Forscher Prof. Dr. Tillmann Krüger und PD Dr. Marc Axel Wollmer verabreichten in ihrer Studie Borderline-Patienten Botox in die Stirnpartie, insbesondere in den Bereich der Zornesfalte. Dabei stellten sie fest, dass deren Symptome um 50 Prozent gelindert werden konnten. Der Grund: Der Ausdruck von starken Emotionen wird verhindert, was dem Gehirn negative Signale vermittelt. 

In einer weiteren Studie stellten die beiden Mediziner fest, dass die Symptome von Patienten, die unter Depressionen leiden, ebenfalls nach einer Botox-Behandlung um 50 Prozent zurückgingen. Durchgeführt wurden die Behandlungen vor allem bei Patienten mit chronischer Depression und ausgeprägter Zornesfalte.

In den meisten Fällen hält die Wirkung der Botox-Behandlung vier bis sechs Monate an. Allerdings ist dies von Patient zu Patient unterschiedlich. Mit der Zeit kann das Botox jedoch auch an Wirkung verlieren, etwa wenn Patienten Antikörper aufbauen, wie Dr. Philipp Albrecht von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Fachblatt „Neurology“ schrieb. In seiner Studie trat dieses Phänomen bei 15 Prozent der Teilnehmer auf.

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