Flauschig, bunt und mit spitzen Zähnchen erobern Labubus die Kinderzimmer – doch der chinesische Hersteller empfiehlt seine begehrten Sammelfiguren erst ab 15 Jahren.
Der Labubu-Hype erreicht seinen Höhepunkt – die kleinen flauschigen Figuren mit ihren neun spitzen Zähnchen und dem bunten Design haben die Herzen von Kindern im Sturm erobert. Doch hinter den quietschbunten Plüschtieren, die derzeit kaum aus den Regalen zu bekommen sind, verbirgt sich eine überraschende Tatsache: Laut Hersteller sind sie gar nicht für die jüngsten Fans gedacht. Was Eltern über den aktuellen Trend wissen sollten.
Alles begann, als K-Pop-Ikone Lisa von Blackpink mit einem Labubu fotografiert wurde. Was zunächst als simples Accessoire erschien, entwickelte sich rasch zum viralen Phänomen und begehrten Statussymbol für Jung und Alt. Die sogenannte Blind-Box-Strategie des Unternehmens befeuert den Hype zusätzlich: Originalfiguren sind aufgrund ständiger Ausverkäufe kaum erhältlich, während der Markt von Nachahmerprodukten – den sogenannten „Lafufus“ – überschwemmt wird.
Auf der offiziellen Verkaufswebsite spricht Pop Mart, der chinesische Hersteller der begehrten Figuren, eine klare Altersempfehlung aus. Die Puppen seien erst für Personen ab 15 Jahren geeignet – ein Hinweis, der am unteren Seitenrand zu finden ist. Beim Kauf selbst existiert allerdings keine Alterskontrolle. Zu den Gründen für diese Altersempfehlung äußert sich der Spielzeughersteller nicht weiter.
Gesundheitsrisiken bei Fälschungen
Besonders problematisch ist die Verbreitung von gefälschten Labubu-Figuren, die aufgrund der hohen Nachfrage nach Originalprodukten entstanden ist. Experten haben in mehreren Nachahmerproudkten gesundheitsgefährdende Stoffe wie Blei nachgewiesen, was ein erhebliches Risiko für Kinder darstellt. Eltern sollten beim Kauf daher ausschließlich auf zertifizierte Händler setzen und verdächtig günstige Angebote meiden.
Rechtliche Hintergründe
Vermutlich dient die Altersbeschränkung dem Unternehmen als rechtliche Absicherung im Sinne des Jugendschutzes. Der besondere Reiz der Figuren liegt nämlich in ihrem Vertriebskonzept: Die „Blind Boxes“ lassen Käufer erst nach dem Öffnen erkennen, welche Figur sie erworben haben. Sammler spekulieren darauf, besonders seltene und begehrte Exemplare zu ergattern.
Genau dieser Überraschungseffekt bildet die Grundlage des Geschäftsmodells. Zahllose Unboxing-Videos auf sozialen Medien verstärken die Nachfrage kontinuierlich. Die Verkaufsstrategie weist dabei deutliche Parallelen zum Glücksspiel auf – ein Aspekt, der in vielen Ländern kritisch betrachtet wird.
Kritische Aspekte
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Ähnlichkeit zu „In-Game-Käufen“: Das Labubu-Geschäftsmodell kann Kinder dazu verleiten, schnell größere Geldbeträge auszugeben. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) nennt „Handlungsdruck“ und „erhöhte Kaufanreize“ als typische Gründe für Altersbeschränkungen.
Experten warnen außerdem vor den ökologischen Folgen des Sammler-Hypes: Die Blind-Box-Strategie führt zu einer erheblichen Zunahme von Plastikmüll, da sowohl die Verpackungen als auch unerwünschte Sammeleobjekte oft im Müll landen. Kinder und Jugendliche neigen dazu, in kurzer Zeit größere Geldbeträge für die Jagd nach seltenen Figuren auszugeben.
Warum die Taschenmonster Labubu ein so unheimliches Lächeln tragen? Eine Theorie bringt sie mit dem Dämon Pazuzu in Verbindung.