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Taxi, Tränen, Umarmung: ORF-Legende verlässt Belgrad nach 26 Jahren

Taxi, Tränen, Umarmung: ORF-Legende verlässt Belgrad nach 26 Jahren
Christian Wehrschütz bei der Buch Wien 2022, © Nicola Montfort
3 Min. Lesezeit |

Ein Abschied, ein Neuanfang, ein Umbruch: Beim ORF-Auslandskorrespondentennetz kommt es zu gleich mehreren Wechseln auf einmal.

Nach 26 Jahren in Belgrad endet für ORF-Auslandskorrespondent Christian Wehrschütz ein bedeutendes Kapitel seiner journalistischen Laufbahn. Mit einem emotionalen Abschiedsvideo, das er am Dienstag aus dem Belgrader ORF-Büro teilte, verabschiedete sich der 64-Jährige von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Seiner Kollegin Ljubica überreichte er einen Blumenstrauß und übergab ihr symbolisch die Büroschlüssel, Kollegen Midscha verabschiedete er mit einer Umarmung – bevor er schließlich per Taxi davonfuhr.

Seit 1999 berichtete Wehrschütz aus Belgrad über das ehemalige Jugoslawien und Albanien. Seit September 2015 leitet er zusätzlich das ORF-Büro in Kiew, wo er noch bis Ende Oktober im Einsatz bleibt. Auf Facebook fasste er seine Zeit in Belgrad mit den Worten zusammen: „Eine intensive, aber schöne Zeit! Danke auch an meine Familie für die Unterstützung und auch Danke an jeden von euch. Der Ukraine bleibe ich noch bis 31.10. erhalten.“ Ab 1. Juli übernimmt Cornelia Primosch seine bisherigen Aufgaben.

Sparmaßnahmen beim ORF

Wehrschütz ist nicht der einzige, der den ORF verlässt. Auch Karim El-Gawhary, langjähriger Nahost-Korrespondent des Senders, absolvierte zuletzt seinen letzten Arbeitstag. Laut ORF steht sein Abgang im Zusammenhang mit den aktuellen Sparmaßnahmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Nach Abschluss entsprechender Ausschreibungsverfahren hat ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher den Auslandsjournalisten Mag. Ernst Kernmayer mit Wirkung 1. August 2026 mit der Leitung des ORF-Büros in Paris betraut. Kernmayer tritt damit die Nachfolge von Cornelia Primosch an, die ihrerseits ab demselben Datum das Belgrader Büro von Wehrschütz übernimmt.

Thurnher würdigte die Entscheidung mit folgenden Worten: „Mit Ernst Kernmayer übernimmt ein überaus erfahrener Top-Journalist die Leitung des für die Welt- und EU-Politik so wichtigen ORF-Büros in Paris. Nicht nur als Korrespondent in Washington und Brüssel, sondern zuletzt auch in der ORF-Auslandsredaktion hat er unser Publikum mit authentischer Info versorgt und zur Orientierung beigetragen.“

Kernmayers neue Aufgabe

Kernmayer selbst äußerte sich zur neuen Aufgabe: „Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung als Leiter des ORF-Büros in Paris, ganz besonders im Hinblick auf die im nächsten Frühjahr anstehende Präsidentschaftswahl. Die Französinnen und Franzosen werden dabei nicht nur über die Zukunft des eigenen Landes entscheiden, sondern wesentlich mitbestimmen über das Schicksal Europas.“ Kernmayer weiter: „Die Beweggründe der Menschen für ihre Entscheidung unserem Publikum näherzubringen und die Folgen dieser Entscheidung einzuordnen, wird eine höchst spannende Angelegenheit.“

Ernst Kernmayer wurde am 7. Jänner 1965 geboren und studierte Publizistik sowie Politikwissenschaft in Wien und in Bogotá (Kolumbien). Seine journalistische Tätigkeit reicht bis in die späten 1980er Jahre zurück. Beim ORF ist er seit Ende 1991 in verschiedenen Radio- und Fernsehredaktionen tätig, darunter Radio Österreich International, das Landesstudio Wien, die Hörfunk-Auslandsredaktion, die ZIB sowie Report. Von 2011 bis 2015 war er als Korrespondent in Brüssel akkreditiert, von 2015 bis 2018 in Washington.

Zuletzt war Kernmayer in der Auslandsredaktion des ORF beschäftigt.

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KO KOSMO-Redaktion
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