Rekordgewinn, Milliarden-Investitionen, eine Großübernahme – BH Telecom steuert auf eine der bedeutendsten Entscheidungen seiner Geschichte zu.
BH Telecom hat im Jahr 2025 einen Nettogewinn von knapp 70 Millionen Konvertible Mark erwirtschaftet – ein spürbarer Zuwachs gegenüber dem Vorjahreswert von 65,8 Millionen KM. Gleichzeitig kletterten die Gesamteinnahmen des staatlichen Telekommunikationsunternehmens auf rund 566 Millionen KM, nach 555 Millionen KM im Jahr 2024.
Auch die Kostenseite entwickelte sich günstig: Die Gesamtausgaben stiegen um rund sechs Millionen KM auf 489 Millionen KM – und damit deutlich schwächer als die Einnahmen, die um elf Millionen KM zulegten. Dieser Umstand ist nicht zuletzt deshalb bemerkenswert, weil das Unternehmen gleichzeitig eine der größten Transaktionen seiner Geschichte vorbereitet: die Übernahme von Telemach in Bosnien-Herzegowina und Montenegro.
Jahrelang hatte BH Telecom zwar steigende Umsätze verbucht, der Gewinn war dabei jedoch unter Druck geraten. Unter der neuen Unternehmensführung wurde dem Kostenmanagement mehr Gewicht beigemessen – mit sichtbarem Ergebnis: Die Ausgaben wurden eingedämmt, und der Gewinn folgt nun wieder dem positiven Gesamttrend.
Telemach-Übernahme
Unternehmenschef Amel Kovacevic hat unlängst skizziert, wie die Telemach-Übernahme finanziert werden soll: Ein Konsortium aus acht Banken soll Kredite in Gesamthöhe von 390 Millionen KM bereitstellen, der verbleibende Betrag soll aus eigenen Mitteln gedeckt werden. Den endgültigen Kaufpreis nannte Kovacevic dabei nicht.
Unabhängig von der Akquisition plant BH Telecom in den kommenden acht Jahren Investitionen von rund 1,1 Milliarden KM – vorrangig in den Ausbau des 5G-Netzes sowie weiterer technologischer Infrastruktur, und das ohne zusätzliche Neuverschuldung.
Mit einem Jahresgewinn von 70 Millionen KM verfügt BH Telecom über eine solide finanzielle Basis, um sowohl die angekündigten Investitionsvorhaben als auch die Telemach-Übernahme stemmen zu können – vorausgesetzt, die Regierung der Föderation Bosnien-Herzegowina als Mehrheitseigentümerin erteilt ihre Zustimmung.
Die endgültige Entscheidung über die Transaktion sowie die Kreditaufnahme soll auf der Hauptversammlung am 24. März fallen.