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Versorgungslücke

Teure Sommerferien: Finanzielle Belastung wächst – Familien zahlen drauf für Betreuung

Teure Sommerferien: Finanzielle Belastung wächst – Familien zahlen drauf für Betreuung
Symbolfoto. FOTO: iStock/BrianAJackson
4 Min. Lesezeit |

Neun Wochen Sommerferien, aber nur fünf Wochen Urlaub – für viele Eltern wird die Betreuungslücke zum Stresstest. Die Gemeinden stehen vor finanziellen Engpässen.

Die Betreuungslücke in den Sommerferien stellt österreichische Eltern vor wachsende Probleme. Während der Urlaubsanspruch lediglich fünf Wochen beträgt, müssen Eltern für neun schulfreie Wochen im Sommer eine Lösung finden. Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass bereits jetzt eine zweiwöchige Versorgungslücke besteht, die viele Familien notgedrungen mit Homeoffice überbrücken. Laut einer umfangreichen Befragung der Arbeiterkammer (AK) mit mehr als 1000 Teilnehmenden berichteten im Vorjahr 40 Prozent von erheblichen Schwierigkeiten bei der Organisation der Ferienbetreuung. Die AK befürchtet angesichts der angespannten Budgetsituation eine weitere Verschärfung dieser Problematik.

Die Ursache liegt in den finanziellen Engpässen der Gemeinden, die hauptverantwortlich für die Kinderbetreuung sind. Das Zentrum für Verwaltungsforschung prognostiziert, dass bis 2028 jede zweite Kommune mit negativen Bilanzen konfrontiert sein könnte. Vor diesem Hintergrund hat Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl (ÖVP) kürzlich eine Diskussion über mögliche Selbstbehalte bei öffentlichen Dienstleistungen angeregt. AK-Bildungsexpertin Elke Larcher betont hingegen die Notwendigkeit, das Betreuungsangebot trotz Sparmaßnahmen auszubauen statt zu reduzieren.

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Forderungen der Arbeiterkammer

Die Arbeiterkammer fordert neben einem Ausbau hochwertiger und kostengünstiger Angebote auch organisatorische Verbesserungen. Insbesondere eine Abstimmung der Anmeldefristen zwischen großen Betreuungsanbietern und Gemeinden wäre hilfreich. Gemeinsam mit dem ÖGB (Österreichischer Gewerkschaftsbund) drängt die AK auf einen Sommerbetreuungsgipfel unter Beteiligung aller relevanten Akteure – Trägerorganisationen, Bund, Länder und Gemeinden. Larcher sieht auch bei den Kindergärten Koordinierungsbedarf zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen. Dort verschärft ein erheblicher Fachkräftemangel die finanziellen Probleme der Kommunen.

Obwohl theoretisch genügend ausgebildetes Personal vorhanden wäre, arbeiten aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen wie überfüllter Gruppen zu wenige Fachkräfte in Kindergärten oder verlassen den Beruf vorzeitig.

Langfristige Planung

„Hier braucht es einen Gesamtplan mit einer langfristigen Orientierung“, fordert Larcher. Mit verlässlichen mittelfristigen Verbesserungsperspektiven könnten mehr Fachkräfte für elementarpädagogische Einrichtungen gewonnen werden. Auch eine verstärkte Weiterqualifizierung von Assistenzkräften würde das Vertrauen der Kommunen stärken, erwartet die AK-Expertin. „Die werden nur nicht im Feld bleiben, wenn sich an den Rahmenbedingungen nichts verbessert. Hier braucht es ein Commitment, wann es dazu kommt“, plädiert sie für einen konkreten Stufenplan.

Dies würde auch den Gemeinden Planungssicherheit geben, wann mit welchen Ausbauschritten zu rechnen ist und welche Förderinstrumente zur Verfügung stehen. Zudem benötigten junge Familien Klarheit darüber, ob sie Vollzeitbeschäftigung und Kinderbetreuung vereinbaren können.

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Entscheidend sei dabei, dass der Stufenplan sowohl ambitioniert als auch realistisch gestaltet wird. „Es hilft nichts, wenn wir den Gemeinden Dinge vorschreiben, die sie einfach nicht auf den Boden bringen.“ In einigen Bundesländern mit besonders ehrgeizigen Zielen hätten Qualitätsverbesserungsmaßnahmen in der Vergangenheit aufgrund von Personalmangel sogar zur Schließung von Gruppen geführt.

„Das muss österreichweit gut abgestimmt werden.“

Regionale Unterschiede und Kosten

Wie stark die Ferienbetreuungssituation zwischen den Gemeinden variiert, zeigt das Beispiel St. Pölten. Die niederösterreichische Landeshauptstadt bietet in allen 27 Landeskindergärten eine kostenlose Vormittagsbetreuung bis 13 Uhr an. Für die Nachmittagsbetreuung gelten sozial gestaffelte Tarife, und Eltern können finanzielle Unterstützung beantragen. Mit Öffnungszeiten von 7 bis 16 Uhr werktags haben berufstätige Eltern hier eine verlässliche und flexible Lösung – während in anderen Regionen Österreichs höhere Kosten und eingeschränktere Öffnungszeiten als Hürden genannt werden.

Die finanzielle Belastung für Familien ist beträchtlich: Laut der aktuellen AK-Schulkostenstudie empfindet rund die Hälfte der Eltern die Kosten für Ferienbetreuung als Belastung. Im Durchschnitt geben Eltern 415 Euro pro Kind für die Sommerbetreuung aus. Besonders betroffen sind Alleinerziehende und Familien ohne Unterstützungsnetzwerk durch Großeltern, die auf teure Alternativen wie Feriencamps angewiesen sind. Die Zahlen offenbaren auch improvisierte Lösungen: In 17 Prozent der Haushalte übernehmen ältere Geschwister Betreuungsaufgaben – eine Notlösung, die oft aus Mangel an leistbaren Alternativen gewählt wird.

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KO KOSMO-Redaktion
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