Tirana brennt – nicht durch Flammen, sondern durch Flamingos. Albaniens Straßen werden zur Bühne eines Widerstands, der immer größer wird.
In Albanien sind im Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten gegen ein umstrittenes Luxusbauprojekt des Kushner-Konzerns erneut Strafverfahren eingeleitet worden – diesmal gegen 27 weitere Demonstrierende. Hintergrund ist ein geplantes Luxusferienresort an der albanischen Küste, das Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, in einem Naturschutzgebiet errichten lassen will. Seit Ende Mai reißen die Proteste dagegen nicht ab.
Das von Kushners Investmentfirma Affinity Partners geplante Tourismusprojekt umfasst den Bau von zwei Luxusresorts bei Zvernec an der albanischen Küste und auf der vorgelagerten Insel Sazan im Bereich des Schutzgebiets Vjosa-Narta.
Tausende in Tirana
Auch gestern Abend versammelten sich wieder Tausende Menschen in Tirana, um ihrem Unmut Luft zu machen. Der Demonstrationszug durch die Straßen der Hauptstadt war von albanischen Flaggen und lautstarken Sprechchören begleitet. Die Menge skandierte Parolen wie „Albanien ist nicht zu verkaufen“, „Streicht das Projekt“ und „Rama raus“ – Letzteres als direkte Kritik an Ministerpräsident Edi Rama. Als Symbol der Bewegung hatten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer Plakate mit rosa Flamingos dabei.
Den 27 Beschuldigten werden laut Polizeiangaben Verstöße gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit zur Last gelegt. Bereits zu Beginn der Woche waren entsprechende Verfahren gegen 35 Personen eingeleitet worden, die an früheren Protestkundgebungen teilgenommen hatten.