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INFEKTION

Tödliche Pilzkrankheit breitet sich in Indien aus

Tödliche Pilzkrankheit breitet sich in Indien aus (FOTO: iStock)

Ärzte aus dem Krankenhaus Sir Ganga Ram in Neu-Delhi meldeten über 12 Fälle der tödlichen Pilzkrankheit bei Patienten, die davor an COVID-19 erkrankt sind.

Laut Informationen aus dem für die Behandlung von COVID-19-Patienten führenden Krankenhaus in Indien handelt es sich dabei um den Pilz Mukormykose. In nur 15 Tagen sind 12 Menschen von Mukormykose infiziert worden. Mehr als die Hälfte von ihnen haben ihr Augenlicht verloren. Weiteres kam es auch zu Degeneration von Nasen- und Kieferknochen. Mittlerweile sind fünf Personen an der Krankheit gestorben. Die Infektionszahlen sind dramatisch gestiegen, denn bislang waren im Krankenhaus nur fünf Fälle dieser Krankheit verzeichnet.

„Bisher haben wir eine Sterblichkeitsrate von etwa 50 Prozent verzeichnet und in einigen Fällen hat die Infektion auch das Gehirn befallen“, das kündigte das Spital am Montag an.

COVID-19 löst die gefährliche Krankheit aus
Besonders anfällig für diese Krankheit sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem. HNO-Spezialist Dr. Manish Munjal erklärt, dass obwohl diese Pilzinfektion gefährlich ist, sei sie nicht neu. Die vermutlich besorgniserregende Nachricht ist, dass Corona-Patienten dafür anfälliger sind.

„Die Häufigkeit, mit der wir das Auftreten einer durch COVID-19 ausgelösten Mukormykose mit hoher Morbidität und Mortalität beobachten, ist gefährlich. Ein frühzeitiger klinischer Verdacht auf Symptome wie Verstopfung der Nase, Schwellung des Auges oder der Wangen und schwarze trockene Krusten in der Nase sollten sofort zu einer Biopsie führen. Die Antimykotika-Therapie sollte so früh wie möglich eingesetzt werden“, so Dr. Munjal gegenüber „Indian Express“.

Symptome:
Die Anzeichen sind Taubheitsgefühl im Gesicht, einseitige Nasenverstopfung, Augenschwellung oder Schmerzen.
In einem Fall hatte ein 32-Jähriger, der sich von COVID-19 erholt hatte, eine schlimme Verstopfung der linken Nase, die innerhalb von zwei Tagen schnell zu einer Augenschwellung führte. Erst dann wandte er sich an die Ärzte. Die linke Seite seines Gesichts fühlte sich völlig taub an. Der Mann musste in einem teilweise desorientierten und überfüllten Zustand ins Krankenhaus gebracht werden.

„Seine Tests ergaben das Vorhandensein von stark erhöhten Blutzucker- und Infektionswerten. Gefährlicher ist aber das Vorhandensein eines tödlichen Killerpilzes namens Mukor, der aus seinen Nasenresten entnommen wurde. Eine MRT-Untersuchung ergab, dass die Infektion bereits einen Großteil seiner linken Nasennebenhöhle, seines Auges, seines Oberkieferknochens und seiner Muskeln zerstört hat. Anschließend gelangt die Krankheit weiter ins Gehirn.“, sagte Dr.
Munjal.

Ein Ärzteteam von HNO- und Augenchirurgen führte eine chirurgische Entfernung durch, danach musste der Patient mehr als zwei Wochen lang lebensrettende Arzneimittel gegen die Infektion einnehmen.

Früherkennung könne durch klinische Intervention den Verlust von Sehvermögen und Degeneration von Nasen- und Kieferknochen verhindern, so die Ärzte. Dr. Shaloo Bageja, ein leitender Augenchirurg sagte: „Der Befall der Augenhöhle (die Knochenhöhle, in der sich der Augapfel befindet) ist eine schwerwiegende Entwicklung im Krankheitsverlauf. Diese weist nicht nur auf die Möglichkeit eines dauerhaften Sehverlustes hin, sondern auch des Lebens. Das liegt daran, weil der Befall des Gehirns die häufigste Todesursache bei Mukormykose ist.“

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