Tragischer Vorfall in Tirol: Ein 28-jähriger Patient starb nach einer Fixierungsmaßnahme in der Innsbrucker Psychiatrie. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung.
Nach dem Ableben eines 28-jährigen Patienten in der Innsbrucker Psychiatrie wurden strafrechtliche Untersuchungen eingeleitet. Der Mann erlitt während einer Fixierungsmaßnahme am 23. Februar eine Lungenembolie mit anschließendem Kreislaufversagen. Wie die „Tiroler Tageszeitung“ am Montag berichtete, verblieb der Patient nach Wiederbelebungsversuchen mehrere Tage im Zustand des Hirntods, bevor die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet wurden.
Die Staatsanwaltschaft bestätigte Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, die sich derzeit gegen unbekannte Personen richten. Laut Staatsanwaltschaftssprecher Hansjorg Mayr steht besonders im Fokus, „welche Umstände dafür gesorgt haben, dass der Mann starb, und ob das mehrfache Fixieren dabei eine Rolle gespielt haben könnte“.
Psychiatrische Behandlung
Der an Schizophrenie leidende Patient wurde laut „TT“ aufgrund mehrerer psychotischer Episoden wiederholt mit Gurten am Bett fixiert und erhielt Sedativa (Beruhigungsmittel). Während einer dieser Fixierungsmaßnahmen trat der folgenschwere Zwischenfall ein.
Medizinische Studien belegen ein erhöhtes Risiko für Lungenembolien bei längerdauernden Fixierungsmaßnahmen, da die Immobilisation die Entstehung von Venenthrombosen begünstigt. Nach geltenden medizinischen Standards ist daher eine kontinuierliche Eins-zu-eins-Überwachung des fixierten Patienten sowie die regelmäßige ärztliche Kontrolle während der gesamten Maßnahme zwingend erforderlich.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Fixierungen sind in österreichischen Psychiatrien rechtlich nur als letztes Mittel zulässig, wenn eine unmittelbare und erhebliche Gefahr für die eigene Person oder andere besteht. Vor der Anordnung müssen alle milderen Alternativen geprüft werden, und die Maßnahme unterliegt strengen Dokumentations- und Überwachungspflichten und ist stets so kurz wie möglich zu halten.
Die Tirol Kliniken wollten aufgrund des laufenden Verfahrens keine detaillierten Angaben zum Fall machen. Kliniksprecher Johannes Schwamberger betonte jedoch die „überaus große“ Betroffenheit der beteiligten Mitarbeiterteams.
Schwamberger versicherte, dass man die „auf vielen Ebenen laufende Aufarbeitung voll und ganz“ unterstütze und begrüße.
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