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Unternehmenskrise

Traditionsunternehmen versinkt in Millionenschulden: 158 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Traditionsunternehmen versinkt in Millionenschulden: 158 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
FOTO: iStock
4 Min. Lesezeit |

Nach 95 Jahren Firmengeschichte steht der Küchenhersteller HAKA vor dem Aus. Mit 11,4 Millionen Euro Schulden wurde nun ein Sanierungsverfahren eingeleitet.

Der traditionsreiche Küchenhersteller HAKA mit Hauptsitz in Traun steht vor dem finanziellen Aus. Am Landesgericht Linz wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung für das Unternehmen eröffnet, wie der Kreditschutzverband von 1870 und der Alpenländische Kreditorenverband bestätigten. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 11,4 Millionen Euro, womit HAKA die drittgrößte Insolvenz des laufenden Jahres darstellt. Dennoch soll der Betrieb fortgeführt werden.

Die Geschichte des Familienunternehmens reicht bis ins Jahr 1930 zurück, als der Großvater des heutigen Geschäftsführers eine kleine Tischlerei für handgefertigte Möbel und Küchenkästen gründete. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich HAKA zu einem führenden Anbieter maßgefertigter Einbauküchen in Österreich. Nun, 95 Jahre nach der Gründung, muss das Unternehmen Insolvenz anmelden.

Die finanzielle Schieflage zeigt sich deutlich in der Bilanz: Den Verbindlichkeiten von 11,4 Millionen Euro stehen lediglich Vermögenswerte von 2,16 Millionen Euro gegenüber. Von der Insolvenz sind 158 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 120 Gläubiger betroffen.

Ursachen der Insolvenz

Nach Angaben des KSV1870 liegt der Hauptgrund für den wirtschaftlichen Zusammenbruch in der Übernahme des „Badmöbelwerks“ in Mondsee von Villeroy & Boch Austria im September 2023. Diese Übernahme umfasste die komplette Weiterführung der Produktion sowie die Übernahme von rund 80 Dienstnehmern mitsamt sämtlicher Mitarbeiteransprüche. Besonders die Altabfertigungen belasteten die Liquidität von HAKA erheblich. Mit diesem Schritt verpflichtete sich HAKA, weiterhin Badmöbel an Villeroy & Boch zu liefern – ein Geschäft, das sich als verlustbringend herausstellte. Die Übernahme zusätzlicher Produktions- und Lagerkapazitäten führte zudem zu weiteren organisatorischen und finanziellen Belastungen.

Das Unternehmen selbst spricht von einer „massiven Verschlechterung“ der Ergebnisse. Ein weiterer Faktor sei der deutliche Nachfragerückgang im Küchenbereich nach der Corona-Pandemie gewesen.

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Trotz der Insolvenz soll das Unternehmen weitergeführt werden. Ein Liquiditätsplan wurde bereits erarbeitet. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent angeboten, die innerhalb von zwei Jahren beglichen werden soll.

Auswirkungen und Hilfe

Die Arbeiterkammer Oberösterreich verweist auf ein Informationsschreiben des Unternehmens, wonach Kunden keine Nachteile entstehen und vereinbarte Lieferungen termingerecht erfolgen sollen. Aus rechtlicher Sicht bleiben bestehende Verträge laut Arbeiterkammer zunächst gültig. Ein vom Gericht bestellter Insolvenzverwalter wird entscheiden, welche Verträge erfüllt werden und welche nicht.

Die Arbeiterkammer rät Kunden, ausstehende Zahlungen erst nach mangelfreier Leistungserbringung zu tätigen. Falls der Insolvenzverwalter Verträge nicht übernimmt, können Forderungen im Insolvenzverfahren angemeldet werden. Wer noch bei HAKA einkaufen möchte, sollte vorzugsweise sofort verfügbare Lagerware wählen, empfiehlt die AK.

An den Standorten Traun, Mondsee und Wien sind insgesamt 158 Beschäftigte von der Insolvenz betroffen. Die Juli-Gehälter wurden nicht mehr ausgezahlt. Die Arbeiterkammer Oberösterreich berät alle 158 betroffenen Beschäftigten und wird Betriebsversammlungen organisieren, um die Belegschaft über ihre Rechte und das weitere Vorgehen im Insolvenzverfahren zu informieren. AK-Präsident Andreas Stangl empfiehlt den Betroffenen, Ruhe zu bewahren und sich mit Fragen an die Experten der Arbeiterkammer und der Gewerkschaften zu wenden.

Von vorschnellen Kündigungen rät er ab, um arbeitsrechtliche Ansprüche nicht zu gefährden. Stangl kündigte an, dass die Arbeiterkammer aktiv mit dem Unternehmen in Kontakt treten und eine Betriebsversammlung organisieren werde – entweder direkt im Betrieb oder in einer AK-Bezirksstelle.

Im Ranking der größten Insolvenzen 2025 liegt HAKA mit 11,4 Millionen Euro Verbindlichkeiten auf dem dritten Platz. Angeführt wird die Liste vom Unternehmen Mglass GmbH mit 40 Millionen Euro, gefolgt von der Sparte Strapping Solutions der Teufelberger GmbH mit 14,1 Millionen Euro.

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KO KOSMO-Redaktion
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