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Ärztefehler

Tragische Wendung: Ärzte setzen Kind (2) gefrorenes Herz bereits ein

Tragische Wendung: Ärzte setzen Kind (2) gefrorenes Herz bereits ein
FOTO: iStock/Perboge
2 Min. Lesezeit |

Ein fataler Fehler bei der Organkühlung, ein durchgefrorenes Spenderherz und ein zweijähriger Junge im künstlichen Koma – in Neapel kämpfen Ärzte um ein junges Leben.

Ein folgenschwerer Behandlungsfehler hat das Leben eines zweijährigen Buben in Neapel dramatisch verändert. Das Kind, das mit einem angeborenen Herzleiden zur Welt kam, erhielt ein Spenderherz, das durch unsachgemäße Kühlung schwer beschädigt war. Die Ärzte transplantierten das Organ dennoch, ohne die Eltern über dessen Zustand zu informieren. Seit mehr als 50 Tagen liegt der Kleine nun im künstlichen Koma und benötigt dringend ein neues Herz. Die Verantwortlichen des Krankenhauses haben zwei Mediziner vom Dienst suspendiert, während die Staatsanwaltschaft den Fall untersucht.

Vor dem Eingriff konnte der Bub trotz seiner Herzerkrankung, die bereits im Alter von vier Monaten festgestellt wurde, ein weitgehend normales Leben führen. Seine Mutter schilderte der Zeitung Il Mattino die dramatische Veränderung: „Mein Sohn führte ein fast normales Leben. Er nahm Medikamente, spielte und aß regelmäßig. Jetzt liegt er seit Wochen im künstlichen Koma und schwebt in Lebensgefahr.“

Fataler Transportfehler

Die verhängnisvolle Kette von Ereignissen begann kurz vor den Weihnachtsfeiertagen. In Südtirol war ein vierjähriges Kind im Schwimmbad ertrunken, dessen Herz für eine Transplantation geeignet schien. Das Organ wurde umgehend für den Transport von Bozen ins 800 Kilometer entfernte Neapel vorbereitet. Dabei unterlief den Verantwortlichen ein fataler Fehler: Sie verwendeten Trockeneis statt gewöhnlichem Eis zur Kühlung. Die dadurch entstandenen Temperaturen von unter minus 78 Grad führten dazu, dass das Spenderorgan bei seiner Ankunft vollständig durchgefroren und irreparabel geschädigt war.

Klinische Konsequenzen

Obwohl das Herz nicht mehr funktionsfähig war, setzten die Chirurgen die Transplantation fort, nachdem sie das erkrankte Herz des Jungen bereits entfernt hatten. Diese brisante Information wurde erst kürzlich durch den Rechtsanwalt der Familie, Francesco Petruzzi, öffentlich gemacht. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, wurden inzwischen zwei Ärzte der Klinik in Neapel von Operationen ausgeschlossen, während die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aufgenommen hat.

Der Vorfall hat in ganz Italien für Bestürzung gesorgt und wirft grundlegende Fragen zur Patientensicherheit und Transparenz im Gesundheitswesen auf. In einer europaweiten Suche wird nun fieberhaft nach einem passenden Spenderherz gefahndet.

Doch die Aussichten für den kleinen Patienten sind derzeit nicht vielversprechend.

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KO KOSMO-Redaktion
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