Sturm Graz hat seinen neuen Hoffnungsträger gefunden: Fabio Ingolitsch verlässt Altach und soll die schwächelnden Steirer ab Januar wieder auf Erfolgskurs bringen.
Sturm Graz hat Fabio Ingolitsch als neuen Cheftrainer an Bord geholt. Die genaue Zusammensetzung des künftigen Trainerteams wird in den kommenden Tagen finalisiert, wie ein Sprecher des Clubs gegenüber der APA bestätigte. Bislang steht nur der Wechsel von Ingolitsch fest, wobei Co-Trainer Atdhe Nuhiu möglicherweise folgen könnte. Weitere Einzelheiten werden bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ingolitsch und Sport-Geschäftsführer Michael Parensen am Dienstag um 13 Uhr erwartet. Die Vertragslaufzeit des neuen Übungsleiters wird allerdings auch dann nicht kommuniziert.
Der Vizemeister hatte sich kurz vor dem Weihnachtsfest von seinem bisherigen Trainer Säumel getrennt, der offenbar einen Machtkampf gegen Parensen verloren hatte. Der deutsche Sportchef sondierte anschließend den Trainermarkt und führte Gespräche mit Ried-Coach Maximilian Senft. Ein Engagement des 36-Jährigen kam jedoch nicht zustande – Senft bekannte sich am Sonntag zu einem Verbleib beim Tabellensechsten.
Ingolitsch, der erst zu Jahresbeginn 2024 in Altach übernommen hatte, sicherte mit den Vorarlbergern im Mai in einem Herzschlagfinale den Klassenerhalt. In der aktuellen Spielzeit überwintern die Rheindörfler auf dem neunten Tabellenplatz. Bei der Anfrage aus Graz musste der Coach nicht lange überlegen, wie er selbst erklärte. Die Gespräche mit Parensen hätten ihm „ein hervorragendes Gefühl“ für den Verein und dessen Philosophie vermittelt. „Mit diesem Weg kann ich mich voll identifizieren.“
Ingolitsch‘ Herausforderungen
Seine Arbeit in der Steiermark nimmt Ingolitsch mit dem Trainingsauftakt am 2. Jänner auf. Die Feuertaufe als Sturm-Trainer erlebt er in der Europa-League-Ligaphase – zunächst am 22. Jänner auswärts bei Feyenoord Rotterdam, gefolgt vom Heimspiel gegen Brann Bergen am 29. Jänner. Die Chancen auf ein Weiterkommen sind für die Grazer allerdings nur noch minimal. „Die Zeit bis zum ersten Pflichtspiel in Rotterdam ist nicht lange – wir werden intensiv und akribisch arbeiten, um bereit für das bevorstehende Frühjahr zu sein“, kündigte Ingolitsch an.
Sein erstes nationales Pflichtspiel bestreitet der neue Coach ausgerechnet bei seinem Ex-Verein – am 1. Februar im Cup-Viertelfinale in Altach. Eine Woche später folgt der Ligaauftakt gegen Ried im heimischen Stadion. Die Grazer gehen als Tabellendritter mit vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Salzburg ins Frühjahr. Der amtierende Meister konnte nur zwei seiner letzten sieben Ligapartien gewinnen und holte in dieser Phase lediglich sieben Zähler. Besonders die Heimbilanz mit nur zwei Siegen, einem Remis und fünf Niederlagen liegt deutlich unter den Erwartungen.
Mit Ingolitsch soll nun die Wende eingeleitet werden. „Im intensiven Prozess, den richtigen Mann für diese wichtige Position zu finden, hat sich Fabio von Beginn an als idealer Kandidat hervorgetan“, erläuterte Parensen. „Dank seiner Art, Fußball spielen zu lassen, seiner Fachkenntnis, seiner Akribie, aber auch seiner Energie und enorm positiven Ausstrahlung erfüllt er unser Anforderungsprofil optimal.“ Sturms Sportchef dankte zudem den Verantwortlichen in Altach „für die Kooperation und professionelle Abwicklung dieses Wechsels“.
Rapids Trainersuche
Wie es bei den Vorarlbergern auf der Trainerposition weitergeht, ist noch offen. Es sei die Aufgabe jeder sportlichen Leitung, potenzielle Kandidaten im Blick zu haben, hatte Altachs Sportdirektor Philipp Netzer am Samstag nach der ersten Kontaktaufnahme durch Sturm erklärt. „Dieser Wechsel zeigt einmal mehr, dass der SCR Altach nicht nur für Spieler, sondern auch für Trainer ein attraktives Sprungbrett sein kann“, kommentierte Netzer nach der Bestätigung des Transfers. Ingolitsch bedankte sich für eine „schöne, intensive und lehrreiche Zeit“, auf die er immer gerne zurückblicken werde. „Ich bin überzeugt, dass wir ein stabiles Fundament geschaffen haben, auf dem mein Nachfolger gut aufbauen kann.“
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Auch bei Rapid Wien hofft man auf ein stabiles Fundament mit neuem Personal an der Seitenlinie. Die Entscheidung über den neuen Cheftrainer soll laut Vereinsangaben rund um den Jahreswechsel, spätestens aber vor dem Trainingsstart am 7. Jänner fallen. Als Topfavorit auf die Nachfolge von Peter Stöger, dessen Position seit Ende November vom wenig erfolgreichen Interimscoach Stefan Kulovits bekleidet wird, gilt seit Tagen Johannes Hoff Thorup. Der 36-jährige Däne führte Nordsjaelland 2023 zur Vizemeisterschaft in seiner Heimat. Zuletzt betreute er knapp eine Saison lang bis April den englischen Zweitligisten Norwich City.
Nach APA-Informationen befindet sich nur noch ein weiterer Kandidat im Rennen – der Schwede Henrik Rydström. Die „Kronen Zeitung“ hatte am Montag erstmals vom Interesse der Hütteldorfer am 49-Jährigen berichtet. Rydström holte mit Malmö 2023 und 2024 jeweils den Meistertitel, ehe im September die Trennung erfolgte.
Seine Verpflichtung käme bei Rapid wohl einer kleinen Revolution gleich, hat der Ex-Profi doch mit Malmö lange den fußballerischen Ansatz des Relationismus verfolgt.