Die Flammen schlugen aus den Fenstern, brennendes Material stürzte herab. Nach dem verheerenden Brand in einem Pflegeheim in Tuzla steigt die Zahl der Todesopfer weiter.
In einem Pflegeheim in Tuzla hat sich die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden Brand vom Dienstagabend auf zwölf erhöht. Wie das Klinische Zentrum der Universität Tuzla am Donnerstag mitteilte, erlag ein weiterer Heimbewohner, Jahrgang 1941, seinen Verletzungen. Bei den Verstorbenen handelt es sich ausschließlich um Bewohner der Einrichtung, von denen viele bettlägerig und in schlechtem Gesundheitszustand waren. Laut dem lokalen Medium “Balans” sind inzwischen alle Opfer identifiziert – sechs Männer und sechs Frauen. Die Obduktionen ergaben, dass elf der Opfer an einer Kohlendioxid-Vergiftung starben, während eine Person zusätzlich Brandverletzungen aufwies.
Der Feuerausbruch ereignete sich im siebten Stock des Pflegeheims im Nordosten Bosnien-Herzegowinas. Nach Polizeiangaben wurden mindestens 30 Personen verletzt, darunter auch fünf Feuerwehrleute und drei Polizisten. Die Brandursache ist derzeit noch Gegenstand intensiver Ermittlungen.
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Die Staatsanwaltschaft Tuzla wartet auf weitere Berichte der kantonalen Kriminalpolizei sowie auf Gutachten eines Elektrotechnikers und eines Experten für Brandschutz und Arbeitssicherheit. Staatsanwaltschaftssprecher Admir Arnautovic versicherte, dass die Öffentlichkeit informiert werde, sobald die Expertengutachten ausgewertet seien.
Dramatische Augenzeugenberichte
Augenzeugenberichte und Bilder vom Unglücksort dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Aufnahmen zeigen Flammen, die aus den Fenstern der oberen Etage schlugen. Die Feuerwehr benötigte etwa eine Stunde, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Eine Heimbewohnerin, Ruza Kajic, berichtete dem Sender BHRT von ihrer Erfahrung: “Ich war schon ins Bett gegangen, als ich ein knackendes Geräusch hörte. Ich weiß nicht, ob es die Fenster in meinem Zimmer waren, die zerbrachen.” Von ihrem Zimmer im dritten Stock aus habe sie beobachtet, “wie von oben brennendes Material herunter fiel”. Sie erwähnte zudem, dass sich in den oberen Stockwerken noch bettlägerige Personen befanden.
Rücktritt angekündigt
Der Leiter des Pflegeheims, Mirsad Bakalovic, hat seinen Rücktritt angekündigt. “Es ist das einzig Menschliche, das Mindeste, was ich in dieser Tragödie tun kann”, erklärte er gegenüber lokalen Medien. Bakalovic sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und bezeichnete den Vorfall als “wirklich schwierig” und als “eine Tragödie” nicht nur für Tuzla, sondern für ganz Bosnien-Herzegowina. In der drittgrößten Stadt des Landes wurde eine viertägige Trauerzeit ausgerufen.
Auch hochrangige Politiker äußerten ihre Bestürzung über das Unglück. Ministerpräsident Nermin Niksic sprach von einem “Unglück von enormem Ausmaß”.
Der bosnische Vertreter im Staatspräsidium, Zeljko Komsic, übermittelte den Familien der Opfer sein Beileid.
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