Mit einer provokanten Botschaft an Selenskyj stellt Trump die westliche Ukraine-Politik auf den Kopf – ausgerechnet vor dem Gipfeltreffen mit europäischen Verbündeten.
US-Präsident Donald Trump hat sich mit einer umstrittenen Äußerung zum Ukraine-Konflikt positioniert. Auf seiner Plattform „Truth Social“ erklärte der 79-Jährige am Sonntagabend, Präsident Selenskyj könne den Krieg mit Russland „nahezu sofort beenden, wenn er will, oder er kann weiter kämpfen“. Diese Aussage steht in direktem Widerspruch zur europäischen Position, die Wladimir Putin als Aggressor betrachtet, dessen Truppen seit dem 24. Februar 2022 sowohl gegen das ukrainische Militär als auch gegen die Zivilbevölkerung Krieg führen.
President Zelenskyy of Ukraine can end the war with Russia almost immediately, if he wants to, or he can continue to fight. Remember how it started. No getting back Obama given Crimea (12 years ago, without a shot being fired!), and NO GOING INTO NATO BY UKRAINE. Some things…
— Trump Truth Social Posts On X (@TrumpTruthOnX) August 18, 2025
Der Zeitpunkt von Trumps Äußerung ist bemerkenswert, da sie unmittelbar vor einem wichtigen Ukraine-Gipfel erfolgt. Am Montag trifft Trump mit Selenskyj und mehreren europäischen Regierungschefs zusammen, um die Konsequenzen seines Alaska-Gipfels mit Putin zu erörtern und das weitere Vorgehen abzustimmen.
Auf Truth Social hatte Trump nach seinem Putin-Treffen bereits erklärt, es habe „große Fortschritte in Sachen Russland“ gegeben, ohne jedoch konkrete Details zu nennen. Gleichzeitig lud er Selenskyj zu Gesprächen in die USA ein. In mehreren Interviews betonte Trump seine Position, die Ukraine solle einen „Deal“ mit Russland machen, um den Krieg schnell zu beenden.
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Hochrangige Unterstützung
Der ukrainische Präsident wird dabei von hochrangiger Unterstützung begleitet: Bundeskanzler Friedrich Merz, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, Finnlands Präsident Alexander Stubb, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, der britische Premier Keir Starmer sowie NATO-Generalsekretär Mark Rutte nehmen an dem Treffen teil. Ihr gemeinsames Ziel: Trump nach seiner Annäherung an Putin beim Alaska-Gipfel wieder für die westliche Position zu gewinnen.
Bereits nach seinem Treffen mit Putin in Alaska hatte sich Trump ähnlich geäußert. Im Gespräch mit Fox-Moderator Sean Hannity antwortete er auf die Frage nach einem Ratschlag für Selenskyj: „Mach den Deal. Er muss einen Deal machen.“
Unerfüllbare Forderungen
Die aktuellen russischen Forderungen beinhalten jedoch unter anderem die kampflose Übergabe der Region Donezk mit den wichtigsten Verteidigungsanlagen der Ukraine. Selenskyj lehnt territoriale Zugeständnisse an Russland kategorisch ab. Putins Friedensbedingungen gelten als kaum erfüllbar.
In einer aktuellen Videobotschaft betonte der ukrainische Präsident erneut seine Position: Ein Frieden sei nur ohne Gebietsverluste und mit klaren Sicherheitsgarantien möglich. Trump hingegen hatte öffentlich kritisiert, dass sich die Ukraine überhaupt auf einen militärischen Konflikt eingelassen habe.
To advance peace talks, strategic engagement with all parties is crucial. Our efforts continue to ensure a secure future for Ukraine while respecting its sovereignty. pic.twitter.com/xyz12345
— Peace Initiative Group (@PeaceInitiative) August 19, 2025
Zu dem bevorstehenden Gipfel äußerte sich Trump am Sonntagabend ebenfalls: „Großer Tag morgen im Weißen Haus. Noch nie hatte ich so viele europäische Regierungschefs zur gleichen Zeit zu Gast. Große Ehre!“
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