Trumps vollmundige Ankündigungen zum Ukraine-Konflikt endeten in Anchorage ohne greifbare Resultate. Stattdessen erntete der Ex-Präsident für seinen roten Teppich scharfe Kritik aus Kiew.
US-Präsident Donald Trump empfing am Freitag seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin zu einem aufwendig inszenierten Treffen auf dem US-Militärstützpunkt Joint Base Elmendorf–Richardson in Anchorage. Das Gipfeltreffen war das erste persönliche Treffen der beiden als amtierende Präsidenten seit 2019 und das erste Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, dass Putin zu einem offiziellen Besuch in ein westliches Land eingeladen wurde. Im Vorfeld hatte Trump vollmundige Ankündigungen gemacht und einen sofortigen Waffenstillstand im Ukraine-Konflikt in Aussicht gestellt. Er drohte Putin zudem mit schwerwiegenden Konsequenzen bei mangelnder Kooperationsbereitschaft. Nach zweieinhalb Stunden nicht-öffentlicher Gespräche traten beide Staatsmänner jedoch vor die Presse, ohne substanzielle Ergebnisse zu präsentieren.
Sowohl Trump als auch Putin beschrieben die Unterredung lediglich als produktiv, ließen jedoch konkrete Inhalte unerwähnt und beantworteten zahlreiche offene Fragen nicht. In späteren Äußerungen verlagerte Trump die Verantwortung für eine mögliche Einigung auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Aus Kiew kamen daraufhin scharfe und enttäuschte Reaktionen.
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Ukrainische Kritik
Das englischsprachige ukrainische Nachrichtenportal Kyiv Independent fand am Samstag deutliche Worte zum Gipfeltreffen: Widerwärtig. Beschämend. Und letztendlich nutzlos. Das waren die Worte, die uns in den Sinn kamen, als wir den Alaska-Gipfel verfolgten. Auf unseren Bildschirmen wurde ein blutbefleckter Diktator und Kriegsverbrecher im Land der Freiheit königlich empfangen – während seine Angriffsdrohnen auf unsere Städte zusteuerten.
In der Analyse des Portals heißt es weiter: Trump hat nicht bekommen, was er wollte. Aber Putin? Der schon. Er war nicht länger ein internationaler Paria, sondern wurde endlich vom Führer der freien Welt akzeptiert – und respektiert.
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Trumps Vorgänger Joe Biden hat Putin einmal als Mörder bezeichnet; Trump bereitete ihm einen königlichen Empfang.
Internationale Einschätzungen
Die tschechische Verteidigungsministerin Jana Cernochova bestätigte nach dem Treffen, dass Wladimir Putin nicht an einer echten Friedenslösung im Ukraine-Krieg interessiert sei. Stattdessen versuche er vielmehr, die Einheit des Westens zu schwächen und seine Propaganda zu verbreiten. Sie betonte, dass der Westen die Ukraine weiterhin unterstützen müsse, da beim Gipfel keine wesentlichen Fortschritte erzielt wurden.