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Einsturzgefahr

Tschernobyl-Hülle vor Kollaps – Europa in Gefahr

Tschernobyl-Hülle vor Kollaps – Europa in Gefahr
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Ein Drohnenangriff, eine beschädigte Schutzhülle, radioaktiver Zerfall – über Tschernobyl zieht erneut ein gefährlicher Schatten.

Vier Jahrzehnte nach der nuklearen Katastrophe rückt Tschernobyl wieder in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Einem aktuellen Expertenbericht zufolge könnte die äußere Schutzkonstruktion über dem havarierten Reaktor 4 einstürzen, sollten dringend notwendige Instandsetzungsarbeiten ausbleiben.

Die neue Schutzhülle, die den nach dem Unglück errichteten Sarkophag abschirmt, wurde im Jahr 2025 durch einen russischen Drohnenangriff erheblich beschädigt. Ein dabei ausgebrochenes Feuer vernichtete etwa die Hälfte der Isolierschicht. Seither gelangt Feuchtigkeit in das Innere der Konstruktion, was weitreichende Konsequenzen hat: Das entstehende Kondenswasser greift die Substanz des darunterliegenden Sarkophags an, in dem radioaktive Rückstände lagern.

Greenpeace fordert Sanktionen

Greenpeace reagiert mit einem dringlichen Appell. Die Organisation verlangt von der Europäischen Union verschärfte Sanktionen gegen den russischen Staatskonzern Rosatom, um den Weg für Reparaturmaßnahmen freizumachen. Klimaexperte Marc Dengler unterstreicht dabei, dass Atomkraft ein nicht beherrschbares Risiko darstelle.

Erschwerend kommt hinzu, dass wiederholte Angriffe auf die Energieversorgungsinfrastruktur den Betrieb der sicherheitsrelevanten Anlagen vor Ort beeinträchtigen. Als Gegenmaßnahme ist geplant, direkt auf dem Gelände ein Solarkraftwerk zu errichten, das eine verlässlichere Stromversorgung gewährleisten soll.

Lebensbedrohliche Zustände

AKW-Experte Eric Schmieman beschreibt in seinem für Greenpeace verfassten Bericht die Verhältnisse im Inneren des Sarkophags als „lebensbedrohlich“. Das Bauwerk war nach dem Super-GAU von 1986 errichtet worden.

„Dort liegen Tonnen von hoch radioaktivem Kernbrennstoff, Staub und Trümmern. Wir haben die neue Sicherheitshülle gebaut, um die Ukraine und Europa zu schützen. Jetzt muss sie dringend repariert werden, damit sie nicht einstürzt“, sagt Schmieman.

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KO KOSMO-Redaktion
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