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Angriffe

Trotz Waffenruhe: Iran feuert weiter auf Golfstaaten

Trotz Waffenruhe: Iran feuert weiter auf Golfstaaten
FOTO: EPA/ABEDIN TAHERKENAREH
3 Min. Lesezeit |

Waffenruhe verkündet – und trotzdem fliegen die Raketen. Der Nahe Osten steht vor einer gefährlichen Zerreißprobe.

Ungeachtet der verkündeten Waffenruhe meldeten mehrere Golfstaaten am Mittwoch Beschuss aus dem Iran. Kuwait sprach von stundenlangen „feindlichen und kriminellen Angriffen aus dem Iran“ und berichtete von erheblichen Schäden an Ölförderanlagen, Kraftwerken und Entsalzungsanlagen. Auch andere Staaten der Region gaben Angriffe aus dem Iran bekannt. Der Iran hatte zuvor einer von US-Präsident Donald Trump angekündigten zweiwöchigen Waffenruhe zugestimmt – Trump hatte die Öffnung der Straße von Hormus zur Bedingung für die Feuerpause gemacht.

Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten eine „Bedrohung durch Raketen“. „Die Luftabwehr ist derzeit mit Raketen- und Drohnenangriffen aus dem Iran konfrontiert“, teilte das Verteidigungsministerium auf X mit. Bereits unmittelbar nach Bekanntgabe des Deals wurde in Bahrain Alarm wegen Raketenbeschusses ausgelöst. Auch auf Israel feuerte das Mullah-Regime zunächst weiter Raketen ab.

Irans Gegenangriffe

Das iranische Staatsfernsehen bestätigte die Angriffe auf die benachbarten Golfstaaten und bezeichnete sie als Reaktion auf angebliche Bombardierungen iranischer Ölanlagen am Persischen Golf. Ein regimetreuer Sender berichtete von Explosionen an einer Raffinerie auf der Persischen-Golf-Insel Lawan sowie auf der Persischen-Golf-Insel Sirri. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben liegt bislang nicht vor.

Trump hatte angekündigt, die mit der Waffenruhe verbundene Öffnung der Straße von Hormus solle „sofort“ erfolgen. Auch die pakistanischen Vermittler sprachen von einer umgehenden Feuerpause. Sicherheitsexperte Dr. Christian Mölling erklärte gegenüber BILD: „In den seltensten Fällen gilt eine Waffenruhe sofort. Meist wird eine konkrete Uhrzeit festgelegt – damit alle wissen, ab wann nicht mehr geschossen wird.“

Trumps Dilemma

Massive Angriffe würden die von Trump verkündete Feuerpause jedoch diskreditieren: „Wenn die Iraner einfach weitermachen, wäre es für Trump ein Debakel.“ Sollte Teheran die Straße von Hormus blockiert halten und stattdessen die Angriffe fortsetzen, gerate Trump unter Zugzwang – und müsste sein angedrohtes „Höllenfeuer“ tatsächlich entfesseln.

Mölling ergänzte: „Wenn die Iraner glauben, sie können das durchziehen, egal was passiert, dann hätten sie die sogenannte Eskalationsdominanz (militärischer Begriff für die Fähigkeit, jeden Gegner in der Eskalationsspirale zu überbieten): Sie könnten immer einen Schritt weiter gehen als der Gegner, weil sie die Verluste einfach in Kauf nehmen. Das könnte für Trump ein Untergang mit Pauken und Trompeten werden.“