Ein Wochenende zu zweit, zwei Nächte, 300 Euro – und das mitten in der Hochsaison. Fünf Ziele machen es möglich.
Zwei Übernachtungen, die Anreise und ein gewisses Maß an Verpflegungsgeld: Ein spontaner Kurzurlaub muss nicht zwangsläufig mehrere Hundert Euro pro Person verschlingen. Wer auf Bahn oder Bus setzt und bei der Wahl der Unterkunft beweglich bleibt, findet rund um Österreich nach wie vor Reiseziele, die für zwei Personen innerhalb eines Budgets von 300 Euro realisierbar sind.
Die nachfolgenden Beispielrechnungen beziehen sich auf zwei Erwachsene, zwei Übernachtungen und eine Abreise ab Wien. Zugrunde gelegt wurden die jeweils niedrigsten aktuell verfügbaren Preise für Hin- und Rückfahrt sowie eine einfache Unterkunft. Nicht berücksichtigt sind Verpflegung, Kurtaxe, öffentliche Verkehrsmittel am Zielort und Eintrittsgelder. Zu beachten ist: Es handelt sich um Ab-Preise mit begrenzter Verfügbarkeit, die sich bereits wenige Stunden nach der Recherche verändern können.
Günstige Nahziele
Kurzfristige Reisen in der Hochsaison gelten gemeinhin als kostspielig. Flüge, Strandhotels und Unterkünfte in beliebten Ferienregionen können ein Budget rasch aufzehren. Für einen günstigen Wochenendausflug muss es jedoch nicht unbedingt ans Meer gehen.
Bratislava zählt nach wie vor zu den unkompliziertesten und preiswertesten Kurzreisezielen ab Wien. FlixBus bietet die knapp einstündige Verbindung derzeit ab 7,48 Euro je Strecke an. Für zwei Personen schlägt die Hin- und Rückfahrt im günstigsten Fall mit knapp 30 Euro zu Buche.
Da täglich zahlreiche Verbindungen zur Verfügung stehen, ist auch eine spontane Abreise problemlos möglich. Bei den Unterkünften wurden zuletzt einfache Zimmer und Hostelangebote ab rund 40 Euro pro Nacht ausgewiesen. Für zwei Nächte ergibt sich daraus ein theoretischer Einstiegspreis von etwa 80 Euro.
Ein besonderer Vorteil Bratislavas liegt darin, dass für ein gelungenes Wochenende kaum kostenpflichtige Attraktionen notwendig sind. Die Altstadt, das Donauufer, die Anlagen rund um die Burg und der Ausblick über die Stadt lassen sich ohne Eintritt erkunden. Die Burg thront oberhalb der Donau und gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen der slowakischen Hauptstadt.
Nach Abzug von Anreise und Unterkunft verbleiben bei einem Gesamtbudget von 300 Euro theoretisch noch rund 190 Euro für Mahlzeiten, Getränke und kleinere Aktivitäten.
Brno ist von Wien aus in etwa einer Stunde und 40 Minuten erreichbar. Die günstigsten Bustickets werden derzeit ab 11,48 Euro für die Hinfahrt und ab 11,98 Euro für die Rückfahrt angeboten. Für zwei Reisende ergibt sich daraus ein Gesamtbetrag von rund 47 Euro für die Anreise.
Bei den Unterkünften sind in Brno einfache Angebote ab etwa 27 Euro pro Nacht zu finden. Derartige Preise betreffen häufig Hostels, Pensionen oder Zimmer abseits der absoluten Innenstadt. Zwei Nächte können damit im günstigsten Fall rund 54 Euro kosten.
Brno eignet sich besonders für Reisende, die eine überschaubare Stadt zu Fuß erkunden möchten. Die offizielle Tourismusorganisation empfiehlt eine 3,4 Kilometer lange Route durch das Zentrum, die in etwa einer Stunde zu bedeutenden Gebäuden, Plätzen und Parks führt. Zu den markantesten Stationen zählen die Kathedrale St. Peter und Paul, der Krautmarkt, das Alte Rathaus sowie die Umgebung der Festung Spilberk.
Wer mehr ausgeben möchte, findet darüber hinaus unterirdische Anlagen, Bunker und historische Keller. Für einen günstigen Aufenthalt reicht jedoch bereits ein Wochenende mit Stadtspaziergängen, Kaffeehausbesuchen und traditioneller tschechischer Küche.
Auch innerhalb Österreichs ist ein Wochenendtrip unter 300 Euro machbar. Die Busverbindung von Wien nach Graz dauert ungefähr zwei Stunden und zehn Minuten. Tickets sind derzeit ab 14,98 Euro je Fahrtrichtung erhältlich.
Für zwei Personen summiert sich die Hin- und Rückfahrt damit auf knapp 60 Euro. Einfache Übernachtungsmöglichkeiten werden in Graz ab etwa 42 Euro pro Nacht ausgewiesen. Günstige Angebote finden sich unter anderem rund um den Grazer Hauptbahnhof und im Lendviertel. Zwei Nächte sind damit ab ungefähr 84 Euro möglich.
Für preisbewusste Besucher hat Graz einen entscheidenden Vorzug: Mehrere der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten sind kostenlos zugänglich. Dazu zählen der Schlossberg, die Murinsel und die historische Altstadt. Wer auf die kostenpflichtige Schlossbergbahn verzichtet, kann den Uhrturm auch zu Fuß erreichen.
Ebenso lassen sich der Hauptplatz, die Innenhöfe der Altstadt und das Viertel rund um das Kunsthaus ohne Eintritt erkunden. Von den 300 Euro bleiben nach der günstigsten Anreise und Unterkunft noch rund 156 Euro übrig. Damit ist Graz auch für jene interessant, die nicht jede Mahlzeit im Supermarkt einkaufen möchten.
Weitere Optionen
Maribor liegt etwas weiter entfernt, bleibt aber noch innerhalb des gesetzten Budgetrahmens. Die Busfahrt ab Wien beträgt ungefähr drei Stunden. Die günstigsten verfügbaren Preise liegen bei 22,48 Euro für die Hinfahrt und 21,98 Euro für die Rückfahrt.
Zwei Personen zahlen damit insgesamt mindestens rund 89 Euro. Bei den Unterkünften werden günstige Zimmer derzeit ab etwa 63 Euro pro Nacht angeboten. Zwei Übernachtungen schlagen damit mit ungefähr 126 Euro zu Buche.
Maribor bietet sich für Reisende an, die städtisches Flair und Naturerlebnis miteinander verbinden möchten. Das historische Viertel Lent liegt unmittelbar an der Drau. Die offizielle Tourismusorganisation empfiehlt einen Spaziergang von der ältesten Weinrebe der Welt entlang des Flusses und vorbei am Gerichtsturm.
Auch Hauptplatz, Altstadt und Uferpromenade lassen sich kostenlos besuchen. Wer das 300-Euro-Limit einhalten möchte, sollte allerdings auf teure Restaurantbesuche, Wellnessangebote und größere Ausflüge ins Pohorje-Gebirge verzichten. Nach Anreise und Unterkunft verbleiben für zwei Personen noch etwa 85 Euro.
Zagreb ist die längste der hier vorgestellten Busverbindungen. Die direkte Fahrt ab Wien dauert knapp fünf Stunden. Die Hinfahrt wird derzeit ab 28,48 Euro angeboten, die Rückfahrt ab 26,98 Euro. Für zwei Personen ergibt sich daraus ein Betrag von knapp 111 Euro.
Unterkünfte in Zagreb werden auf österreichischen Buchungsportalen ab etwa 51 Euro pro Nacht geführt. Bei zwei Übernachtungen kommen weitere 102 Euro hinzu. Der Kurztrip beginnt damit insgesamt bei ungefähr 213 Euro.
Das verbleibende Budget lässt sich schonen, da Zagreb zahlreiche kostenfreie Programmpunkte bereithält. Dazu gehören Spaziergänge durch die Oberstadt, der Zrinjevac-Park, die öffentlichen Gärten sowie Teile des historischen Zentrums. Zagreb eignet sich vor allem für Reisende, die kroatisches Stadtleben erleben möchten, ohne die hohen Sommerpreise der Adriaküste zu bezahlen.
Nach Fahrt und Unterkunft bleiben für zwei Personen noch rund 87 Euro. Der Trip ist damit möglich, jedoch nur bei disziplinierten Ausgaben für Verpflegung und Freizeitaktivitäten.
Budapest wäre grundsätzlich ebenfalls ein Kandidat für einen Kurzurlaub unter 300 Euro. Busfahrten ab Wien werden derzeit ab 15,48 Euro angeboten, einfache Unterkünfte bereits ab etwa 27 Euro pro Nacht. Bei der ungarischen Hauptstadt ist jedoch besondere Sorgfalt geboten: Großveranstaltungen können die Hotelpreise erheblich in die Höhe treiben.
Der Große Preis von Ungarn wurde 2026 vom 24. bis 26. Juli ausgetragen. Nach solchen Ereignissen können einzelne Restzimmer zwar kurzfristig günstiger werden, die Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tagen und Stadtteilen bleiben jedoch beträchtlich.
Budapest sollte daher nur in Betracht gezogen werden, wenn der tatsächliche Endpreis der gewünschten Unterkunft vor der Buchung sorgfältig geprüft wurde.