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Preisschock

Tschick-Schock: Lungenarzt verrät, wie Raucher jetzt reagieren

Tschick-Schock: Lungenarzt verrät, wie Raucher jetzt reagieren
(istockphoto: Lunge)
3 Min. Lesezeit |

Teurere Zigaretten, weniger Konsum: Die aktuelle Preiserhöhung in Österreich ist nur der Anfang einer Verteuerungswelle mit messbaren Auswirkungen auf das Rauchverhalten.

Die Preiserhöhung bei Zigaretten in Österreich schlägt mit zehn bis 40 Cent pro Packung zu Buche – und das ist erst der Auftakt, denn im Feber folgt bereits die nächste Verteuerungswelle. Doch welchen Einfluss haben solche finanziellen Maßnahmen tatsächlich auf das Rauchverhalten? Bernd Lamprecht, der die Lungenheilkunde am Kepler Klinikum in Linz leitet, bestätigt im Gespräch: Preisanstiege wirken sich nachweisbar auf den Tabakkonsum aus, stellen jedoch kein Patentrezept dar.

„Erkenntnisse aus vergangenen Preiserhöhungen und wissenschaftlichen Studien belegen, dass höhere Zigarettenpreise das Konsumverhalten beeinflussen.“ Der Effekt lässt sich sogar quantifizieren: Eine Preissteigerung von zehn Prozent führt statistisch zu einer Konsumreduktion von etwa fünf Prozent.

Bei Jugendlichen entfaltet der finanzielle Faktor besondere Wirkung. Die Ursache liegt in den begrenzten finanziellen Mitteln dieser Altersgruppe: „Die eingeschränkten Geldressourcen können verhindern, dass sie überhaupt mit dem Rauchen beginnen.“ Anders ausgedrückt: Wer über ein schmales Budget verfügt, überlegt genauer, ob gelegentliches Ausprobieren zur regelmäßigen Gewohnheit werden soll.

⇢ Schock für Raucher: Österreich hebt Zigarettenpreise an

Allerdings müsse man bei jüngeren Menschen auch alternative Nikotinprodukte wie Vapes und Snus im Auge behalten, damit der finanzielle Druck bei Zigaretten nicht einfach zu einer Verlagerung auf andere Konsumformen führt.

Internationale Vergleiche

In Norwegen, Großbritannien oder Australien, wo Zigaretten mit rund 15 Euro etwa doppelt so teuer sind wie in Österreich, spiegelt sich dies deutlich in den Raucherzahlen wider: „Während in Österreich etwas mehr als 20 Prozent der Bevölkerung rauchen, ist es in diesen Ländern nur etwa die Hälfte“, erläutert Lamprecht.

Auch bei langjährigen Rauchern können Preiserhöhungen Veränderungen anstoßen: Sie fördern Aufhörversuche und reduzieren zumindest die Konsummenge. Lamprecht räumt jedoch ein: „Ein überzeugter Raucher wird durch solche moderaten Preisanstiege vermutlich nicht komplett aufhören.“ Oft gehe es zunächst nur darum, „den Konsum zu reduzieren – und das wird im individuellen Fall durchaus erreicht.“

Begleitende Maßnahmen

Dennoch unterstreicht der Mediziner, dass in der Realität selten der Preis allein ausschlaggebend ist: „In der Regel wirkt ein Bündel verschiedener Maßnahmen zusammen.“ Preiserhöhungen allein seien kein Wundermittel, „sie müssen von weiteren Schritten flankiert werden.“

Als Beispiel führt er Großbritannien an, wo die Entwöhnung stärker gefördert wird: „Dort übernimmt die Sozialversicherung die Kosten für Nikotinersatztherapien – das trägt sicherlich auch zum Erfolg bei.“

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KO KOSMO-Redaktion
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