Zwei Großbrände bedrohen die türkische Urlaubsregion Izmir. Heftige Windböen erschweren die Löscharbeiten, während tausende Menschen ihre Häuser verlassen müssen.
In der beliebten türkischen Touristenregion Izmir kämpfen Einsatzkräfte gegen zwei außer Kontrolle geratene Großbrände. Die Löscharbeiten werden durch heftige Windböen massiv behindert, wie die örtlichen Behörden mitteilten. „Starke Winde erschweren den Kampf gegen das Feuer in Izmir erheblich“, erklärte die Forstverwaltung in einer Mitteilung auf dem Netzwerk X. Die Brände reihen sich in eine Serie von Hunderten Feuern ein, die seit Freitagabend landesweit aufgrund extremer Hitze und Trockenheit ausgebrochen sind und durch Windböen zusätzlich angefacht werden.
Allein in den Provinzen Izmir und Hatay mussten am Montag rund 50.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Als Sicherheitsmaßnahme wurden Bewohner aus mindestens fünf Bezirken evakuiert. Die Flammen wüten sowohl östlich als auch westlich der Stadt Izmir, nicht weit vom beliebten Ferienort Cesme entfernt.
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Bedrohliche Ausmaße
Bislang wurden keine Verletzten oder Todesopfer gemeldet. Die Waldbrandüberwachungsorganisation Orman Takip warnte eindringlich: „Der Brand in Cesme ist aufgrund seines Ausmaßes beängstigend.“
An den Löscharbeiten beteiligen sich zwei Flugzeuge und sechs Hubschrauber, deren Einsatz durch die starken Windböen jedoch erheblich eingeschränkt wird, wie der private Fernsehsender NTV berichtet. Nach dessen Angaben hat das Feuer bereits Strom- und Telefonleitungen sowie mehrere Gebäude beschädigt.
Mögliche Ursache
Auch Viehbestände mussten in Sicherheit gebracht werden. Der Gouverneur von Izmir, Süleyman Elban, erklärte, dass nach Zeugenaussagen und Einschätzungen von Fachleuten vermutlich defekte elektrische Anlagen in einem ausgetrockneten landwirtschaftlichen Gebiet den Brand verursacht haben könnten.
Bilanz der Brände landesweit
Landesweit wurden seit Freitag insgesamt 263 Waldbrände registriert, von denen die Behörden mittlerweile 259 unter Kontrolle bringen konnten. Die anhaltenden Brände in Izmir zählen zu den hartnäckigsten und haben bereits 110 Wohnhäuser schwer beschädigt oder vollständig zerstört. Experten sehen in den aktuellen Bränden ein beunruhigendes Muster, das durch den Klimawandel begünstigt wird – höhere Temperaturen, längere Trockenperioden und heftigere Winde schaffen ideale Bedingungen für die rasche Ausbreitung von Waldbränden in der gesamten Mittelmeerregion.