Der Name Nokia ist in aller Welt bekannt – doch die wenigsten wissen, woher er eigentlich stammt. Die Geschichte des finnischen Technologiekonzerns beginnt nicht mit Mobiltelefonen oder Glasfaserkabeln, sondern mit Holzpulpe, Wasser und einem pelzigen Tier.
Es war das Jahr 1865, als der Ingenieur Fredrik Idestam am Ufer des Flusses Nokianvirta im Südwesten Finnlands eine Papierfabrik errichtete. Der Fluss gab dem Unternehmen seinen Namen – eine in Finnland durchaus übliche Praxis, denn Firmen wurden dort traditionell nach ihrem Gründungsort benannt. Das finnische Wort „nokia“ wiederum bezeichnet ein dunkles, pelziges Tier – den Marder –, das in der Region heimisch war und dem Fluss seinen Namen gegeben hatte.
So führt eine direkte sprachliche Linie vom Tier über den Fluss zum Weltkonzern. Im selben Jahr wurde auch die Stadt Nokia in der Region Pirkanmaa gegründet, die bis heute rund 30.000 Einwohner zählt. Das ursprüngliche Unternehmenslogo trug übrigens einen Fisch – ein weiteres Sinnbild für die enge Verbundenheit mit der finnischen Natur und dem Fluss, an dem alles begann.
Nokia heute
Dass aus dieser bescheidenen Papierfabrik einmal ein globaler Technologiekonzern werden würde, war damals freilich nicht absehbar. Einer breiten Öffentlichkeit wurde Nokia vor allem durch das Mobiltelefon Nokia 3310 bekannt, das im Jahr 2000 auf den Markt kam und ganze Generationen prägte – auch jenseits der finnischen Grenzen. Das robuste Gerät wurde zum Kultobjekt, und die Scherze über seine legendäre Unzerstörbarkeit kursieren im Internet bis heute.
Mit über 104.000 Mitarbeitern weltweit zählt der Konzern zu den führenden Akteuren in der Entwicklung von 5G-Netzwerken, im Bereich Internet der Dinge sowie in der digitalen Gesundheitstechnologie.
Die Stadt am Fluss Nokianvirta hingegen ist beschaulich geblieben – ein stilles Erbe jenes Mannes, der dort einst Papier produzierte und damit den Grundstein für einen der bekanntesten Markennamen der Welt legte.