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STUDIEN ZEIGT:

Ungeimpfte Schwangere verlieren durch Corona-Infektion eher ihr Baby

(FOTO: iStockphoto)

Wie aktuelle Studien zeigen, haben ungeimpfte Schwangere bei einer Infektion nicht nur ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf, sondern verlieren auch häufiger ihr Baby während oder kurz nach der Schwangerschaft.  

Viele werdende Mütter bzw. Eltern stehen Impfungen während der Schwangerschaft eher skeptisch gegenüber. Insbesondere bei der Corona-Impfung gibt es jedoch große Verunsicherung. Mythen halten sich hier hartnäckig, etwa, dass die Impfstoffe zu Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburten führen würden, dass das Spike-Protein die Plazenta schädigt oder mRNA-Impfstoffe die DNA des Babys verändern. Dabei gibt es zahlreiche aktuelle Studien, die beweisen, dass nicht die Impfung selbst zu Problemen in der Schwangerschaft führt, sondern vielmehr eine Corona-Infektion große Risiken für die Mutter und das Baby mit sich bringen kann.

Ungeimpfte Schwangere viermal häufiger im Spital
Mehrere aktuelle Studien zeigen, dass ungeimpfte Schwangere nicht nur ein höheres Risiko für einen schweren Corona-Verlauf haben, sondern bei einer Infektion auch viermal häufiger ins Krankenhaus müssen, als geimpfte Schwangere. Zudem zeigt eine aktuelle Studie aus Schottland, dass ungeimpfte Schwangere auch häufiger ihre Babys im Mutterleib oder kurz nach der Geburt verlieren.

Ungeimpften Schwangeren verlieren häufiger ihr Baby
Für die Studie wurden im Zeitraum von eineinhalb Jahren insgesamt 144.546 Schwangerschaften bei 130.875 Frauen untersucht. Die Ergebnisse waren eindeutig: Frauen, die ihre Babys innerhalb von vier Wochen nach Beginn einer Corona-Infektion zur Welt brachten, hatten das höchste Risiko, das Kind durch Totgeburt oder im Laufe des ersten Lebensmonats zu verlieren. In 22,6 von 1.000 Fällen kam es zum Tod des Babys, das ist mehr als viermal so hoch wie die Rate der Totgeburten in Schottland. Außerdem ereigneten sich alle Todesfälle bei ungeimpften Frauen.

Mehr Frühgeburten
Weiters stellten die Studienautoren fest, dass es bei ungeimpften Schwangeren nach einer Corona-Infektion viel häufiger zu einer Frühgeburt kam. Über 16 Prozent der infizierten Frauen brachten ihr Kind noch vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. In Schottland liegt die Frühgeburten-Rate allgemein bei rund 8 Prozent, also in etwa der Hälfte!

Je später in der Schwangerschaft eine Corona-Infektion stattfindet, desto eher müssen die Frauen im Krankenhaus behandelt werden, wie die schottische Studie zeigt. Bei den Babys im Mutterleib gilt genau der umgekehrte Fall, wie Zahlen aus den USA zeigen: Je früher die Infektion in der Schwangerschaft stattfindet, desto höher ist das Risiko für ein niedriges Geburtsgewicht, sowie eine Früh- oder Totgeburt. Die Schwere des Corona-Verlaufs hatte übrigens keinen zusätzlichen Einfluss auf die Sterblichkeit der Babys. Auch Neugeborene von Frauen, die einen milden oder moderaten Infektionsverlauf hatten, verstarben.

Impfung schützt das Ungeborene
Herbert Kiss, Leiter der Klinischen Abteilung für Geburtshilfe und feto-maternale Medizin an der Med-Uni Wien betont daher die Wichtigkeit einer Corona-Impfung für Schwangere: „Wir wissen inzwischen, dass Schwangere durch eine Impfung Antikörper bilden und diese auf das Kind übertragen werden. Nicht die Impfung, sondern nur die Antikörper.“ Das sei bei vielen Impfungen so.

Andererseits bestehe aber „sehr wohl eine Gefahr für die Mutter bei einer Covid-Infektion während der Schwangerschaft. Diese Gefahr für die Mutter ist wesentlich größer als jedes mögliche Risiko, das man durch die Impfung für das Kind eingeht“, so Kiss weiter. Doch, wenn eine Corona-Impfung für Schwangere so wichtig ist, stellt sich die Frage:

Warum sind Schwangere dann von der Impfpflicht ausgenommen?
Schwangere sind von der Impfpflicht, die mit 1. Februar in Kraft tritt ausgenommen. „Das liegt daran, dass es noch keine fertiggestellten, großen Zulassungsstudien gibt“, so Kiss. Doch solange die Impfung für Schwangere bei europäischen Zulassungsbehörden nicht offiziell zugelassen wird, kann man sie mittels Impfpflichtgesetz auch nicht vorschreiben. Daher gibt es aktuell für Schwangere nur den sogenannten „Off-Label-Use“, also die freiwillige Möglichkeit, sich impfen zu lassen. „Das ist bei vielen Medikamenten so. Viele Antibiotika, die wir in der Schwangerschaft verwenden, sind formal nicht zugelassen.“

Jedenfalls wird die Corona-Impfung für Schwangere sowohl vom Nationalen Impfgremium (NIG) als auch von der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) empfohlen.

Quellen und Links:

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