Start NEWS Chronik Geplanter Mord an Ex-Schwiegersohn: Unternehmer versuchte, Bosnier und Serben zu rekrutieren
INTRIGEN

Geplanter Mord an Ex-Schwiegersohn: Unternehmer versuchte, Bosnier und Serben zu rekrutieren

Symbolbild (FOTO: iStockphoto)

Ein türkischstämmiger Unternehmer aus Wien wollte seinen Ex-Schwiegersohn töten und versuchte dafür Serben und Bosnier rekrutieren.

Am 20. November 2018 wurde Ömer T. schwerverletzt am Gehsteig vor seiner Wohnung in Wien vorgefunden. Ein oder mehrere Unbekannte fügten ihm schwere Kopfverletzungen zu. Ärzte sprachen später davon, dass es ein Wunder gewesen sei, dass T. den Angriff überlebte. Bis heute ist nicht klar, wer den fast tödlichen Angriff verübte. In den letzten Jahren konnten jedoch der Auftraggeber und mehrere Komplizen ausgeforscht und vor Gericht gebracht werden.

Ex-Schwiegervater gab Mord in Auftrag
Metin A., ein 54-jähriger Österreicher mit Wurzeln in der Türkei, soll hinter der gesamten Angelegenheit stehen. A. hat drei blinde Kinder. Seine Tochter war mit dem Opfer verheiratet. Als jedoch seine Schwägerin unerwartet schwanger wurde, schöpfte der 54-jährige Verdacht, dass das Kind nicht von seinem Sohn stammt. Ein DNA-Test stellte fest, dass das Kind von Ömer T. ist. Demnach haben seine beiden Schwiegerkinder eine Beziehung geführt.

Die Staatsanwaltschaft sieht darin einen Grund für einen tödlichen Angriff auf den Schwiegersohn von Metin A. Dies wurde durch die Tatsache verhärtet, dass das Opfer angab, Angst vor seinem Ex-Schwiegervater gehabt zu haben und daher ständig ein Messer bei sich führte.

Serbe stellte sich selbst
Auch wenn die Ermittler Metin A. im Visier hatten, so hatte man anfangs keine handfesten Beweise. Dies änderte sich jedoch drei Wochen später, als ein Serbe einen Wiener „Parksheriff“ ansprach und ihm davon erzählte, dass für einen Mord in der Hauptstadt beauftragt wurde. Der serbische Staatsbürger überreichte Polizisten später einen Zettel, auf welchem der Name und die Adresse von Ömer T. zu finden war. Außerdem war eine Rechnung dabei, die an die Firma von Metin A. adressiert war.

Bei der Einvernahme erklärte der Serbe, dass er von eine gewissen Aleksandra, einer Bekannten aus Serbien, kontaktiert wurde. Sie habe ihm erzählt, dass einer ihrer Freunde in Wien Probleme habe. Dieser „Mladen“ sei von einem türkischen Geschäftspartner beauftragt worden, dessen früheren Schwiegersohn zu töten. Dafür hätte der Serbe 15.000 Euro bekommen sollen. Er stimmte dem Auftrag zu und traf sich mit „Mladen“ in Novi Sad, wo er den Zettel mit Namen und Adresse bekommen haben soll. In Wirklichkeit habe der Serbe geplant, die Anzahl von 1.500 Euro zu nehmen und dann den Auftrag nicht durchzuführen. Der Druck auf ihn stieg jedoch, weshalb er sich dazu entschied, sich der Polizei zu stellen.

MORDALARM: Die Kleidung und Hände des Tatverdächtigen waren voller Blut.

Gepostet von KOSMO am Mittwoch, 3. Februar 2021

Metin wurde daraufhin festgenommen und zu 20 Jahren Haft verurteilt. Auch der Serbe und ein Komplize aus Kroatien wurden verurteilt und zu mehrjährigen Haftstrafen verdonnert.

Bosnier versuchte, eigenen Sohn zu rekrutieren
Wer jedoch geglaubt hat, der verwirrende Fall hat ein Ende, der täuscht sich. Am 29. Jänner 2021 wurde dieselbe Sache, jedoch mit anderen Mitangeklagten. Dieses Mal saßen der bosnisch-stämmige Geschäftspartner von Metin A. und dessen Sohn auf der Anklagebank.

„Mein Mandant ist das uneheliche Kind des Geschäftspartners des Hauptangeklagten und lernte seinen Vater erst mit 17 Jahren kennen. Er wurde von seinem Vater, der seit Jahren in Österreich lebt, kontaktiert und darum gebeten ‚Schulden und Ähnliches in Wien‘ einzutreiben“, erklärte uns die Anwältin Dr. Davorka Čeović von der Anwaltskanzlei NMC Rechtsanwälte. Metin A soll seinen Geschäftspartner aufgetragen haben, „jemand in Bosnien zu suchen, der für ihn Aufträge erledigt“.

Nachdem der Sohn aus Bosnien angereist ist, wurde ihm die Sache schlussendlich zu heiß. Außerdem bekam die Lebensgefährtin des Geschäftspartners Wind vom Plan und meldete alles der Polizei.

„Später hat die Lebensgefährtin die Aussage zurückgezogen und eine Neuaussage getätigt. Wegen Falschaussage wurde sie strafrechtlich verfolgt. Dies habe ich aus dem Akt entnehmen können. Wir konnten die Geschworenen davon überzeugen, dass es sich um keine Anstiftung zum Mord handelt. Schlussendlich wurde mein Mandant wegen versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt“, erklärte Dr. Čeović weiter. Der Sohn des Geschäftspartners wurde zu 4,5 Jahren und sein Vater zu 6 Jahren Haft verurteilt. Der Hauptangeklagte, Metin A. muss lebenslang hinter Gitter.

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