Vergiftete Flüchtlingslager am Kosovo: Schwere Vorwürfe gegen UN

1999 BIS 2013

Vergiftete Flüchtlingslager am Kosovo: Schwere Vorwürfe gegen UN

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(FOTO: Balkanbiro.org)

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Der unabhängige Sonderberichterstatter für Menschenrechte und Giftstoffe, Bakut Tuncak fordert für die Vertriebenen, die nach ihrer Umsiedlung auf giftigem Boden im Norden des Kosovos leben, Entschädigung und medizinische Hilfe.

Tunack bezieht sich hier auf einen Bericht über vermeintliche Menschenrechtsverletzungen der Friedensmission UNMIK im Kosovo. Dieser wurde aufgrund einer von Roma und Ashkali eingereichten Beschwerde verfasst. Nach ihrer Umsiedlung in UN-Lager auf giftigem Boden im Norden des Landes würden die Bewohner an Bleivergiftungen leiden.

Jahrelang untätig?
Zwischen 1999 und 2013 lebten rund 600 Menschen in den Lagern und obwohl erste Berichte über Vergiftungen bereits im ersten Jahr der Umsiedlung von Flüchtlingen erschienen, wurden die Bewohner der UN-Lager erst 2006 über die Verseuchung des Gebietes informiert.

Experten gehen davon aus, dass die Vergiftungen für mehrere Todesfälle von Kindern und Erwachsenen verantwortlich waren. Bisher hat jedoch kein Land in den Treuhandfonds eingezahlt, mit dessen Mittel Hilfsprojekte vor Ort finanziert werden sollten. UN-Generalsekretär Guterres richtete diesen Fond 2017 ein und sagte den Betroffenen die Unterstützung der Vereinten Nationen zu. „Es ist unsere Pflicht, diese Gemeinschaften zu unterstützen und ihnen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie benötigen“, so Guterres damals.

Entschuldigung gefordert
Sonderberichterstatter Tuncak fordert nun zusätzlich zu Hilfsprojekten auch eine öffentliche Entschuldigung von den UN, die Menschenrechtsstandards nicht eingehalten haben. „Nichts wird den Schaden und den Verlust dieser Menschen wieder ersetzen können, aber die Vereinten Nationen haben die Möglichkeit nun alles in Bewegung zu setzen um diese begangenen Fehler wiedergutzumachen“, riet Tuncak.

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