Drama ereignete sich auf dem Centre Court in Melbourne: Novak Djokovic ist auf seiner Mission zum 25. Grand-Slam-Titel durch einen unerwarteten Spielverlauf ins Halbfinale eingezogen. Sein italienischer Kontrahent Lorenzo Musetti, der bereits mit 2:0 Sätzen führte, musste im Viertelfinale der Australian Open verletzungsbedingt aufgeben. Bei einem Spielstand von 6:4, 6:3, 1:3 aus Musettis Sicht zwang ihn eine akute Oberschenkelverletzung zur vorzeitigen Matchaufgabe.
Die zusätzliche Regenerationszeit schien dem Serben zunächst keinen Vorteil zu verschaffen. Djokovic, der sein Achtelfinale wegen des verletzungsbedingten Rückzugs von Jakub Mensik kampflos überstanden hatte, wirkte anfangs gehemmt. Seine bereits bekannten Fußprobleme machten sich erneut bemerkbar – nach dem zweiten Durchgang ließ der Routinier seine Blase am Fuß neu verbinden.
Dramatische Wendung
Die überraschende Wende folgte kurz darauf, als ausgerechnet sein Gegner medizinische Betreuung benötigte. Musetti klagte über Adduktorenprobleme im rechten Oberschenkel. Der bis dahin brillant aufspielende Italiener versuchte anschließend, die Rallyes zu verkürzen, agierte jedoch sichtlich eingeschränkt. Der Kampf währte nicht lange – nach 2:08 Stunden war die Partie entschieden.
⇢ Tränen, Verzweiflung, Comeback – Djokovics dunkelste Stunden
Der 38-jährige Djokovic, selbst mit einer massiven Blase am Fuß kämpfend, darf weiterhin vom elften Triumph bei seinem Lieblingsturnier träumen. Bereits im Vorjahr hatte der Routinier bei allen vier Major-Turnieren die Runde der letzten Vier erreicht. Mit diesem Erfolg steht er nun zum insgesamt 54. Mal in einem Grand-Slam-Halbfinale.
Djokovics Reaktion
„Ich weiß nicht, was ich sagen soll, außer, dass er mir sehr leidtut. Er war der deutlich bessere Spieler, ich war schon auf dem Heimweg heute Nacht„, sagte Djokovic: „So etwas passiert im Sport. Aber wenn du im Viertelfinale 2:0 vorne liegst und alles unter Kontrolle hast, dann ist das extrem unglücklich.“
⇢ Zverev triumphiert bei 45 Grad und zieht ins Grand-Slam-Halbfinale
Für Musetti bedeutet die Aufgabe eine bittere Enttäuschung auf dem Weg zu seinem dritten Halbfinalticket bei einem Major-Turnier. Am Freitag hätte ihn ein rein italienisches Duell mit Titelverteidiger Jannik Sinner erwarten können, der später am Tag gegen Ben Shelton antritt.
Stattdessen muss sich nun Djokovic möglicherweise der Herausforderung gegen Sinner stellen.