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Absturz

Vermisst, gesucht, tot aufgefunden: Bergsteiger-Pärchen stürzt 200 Meter in den Tod

Vermisst, gesucht, tot aufgefunden: Bergsteiger-Pärchen stürzt 200 Meter in den Tod
Symbolfoto. FOTO: iStock/EyeEm Mobile GmbH
3 Min. Lesezeit |

In den Tiroler Alpen endete eine Bergtour für ein deutsches Paar tragisch. Die 28-jährige Frau und ihr 34-jähriger Begleiter wurden leblos am Fuß des Hüttengrats im Tiroler Gebiet Vals entdeckt, nachdem sie seit Montag als vermisst galten. Nach ihrem Verschwinden war eine umfangreiche Suchaktion mit zwei Polizeihubschraubern und Einsatzkräften der Bergrettung eingeleitet worden.

„Die beiden Alpinisten sind um 6 Uhr von der Geraer Hütte in Richtung Fußstein Hüttengrat aufgebrochen“, schildert Hermann Ungerank von der Bergrettung St. Jodok gegenüber der „Kronen Zeitung“. Bei der gewählten Route handelt es sich um eine mittelschwere Klettertour.

Großangelegte Suchaktion

Als die Wanderer nicht zurückkehrten, starteten die Einsatzkräfte der Bergrettung St. Jodok in den frühen Morgenstunden gemeinsam mit zwei Polizeihubschraubern eine großangelegte Suchaktion. Laut Angaben eines Elternteils, der die Vermisstenanzeige erstattete, waren die Wanderer im Bereich der Geraer Hütte unterwegs und hätten bereits am Montagabend zu ihrem Fahrzeug zurückkehren sollen.

Die Suche nach dem vermissten Paar gestaltete sich besonders schwierig. Das unwegsame Gelände am Hüttengrat erschwerte den Einsatz erheblich und stellte die Bergrettungsteams vor große Herausforderungen bei der Suche und späteren Bergung.

Am Dienstagnachmittag kam dann die erschütternde Nachricht: Die Leichname der beiden Bergsteiger wurden unterhalb der Nordwand entdeckt. Ersten Ermittlungen zufolge stürzten sie mehr als 200 Meter in die Tiefe.

Ungeklärte Unfallursache

Die genaue Unfallursache bleibt vorerst ungeklärt – ob ein technisches Versagen, ein Ausrutscher oder ein Steinschlag zum Absturz führte, ist Gegenstand der Untersuchungen. Vermutungen, ein Gewitter könnte das Unglück ausgelöst haben, wurden weder von der Bergrettung noch von der Polizei bestätigt.

„Das ist reine Spekulation. Der Hergang ist völlig unklar. Der Unfall wurde von niemandem beobachtet, es gibt keine Zeugen“, betont Bergrettungs-Einsatzleiter Hermann Ungerank im „Krone“-Interview.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte das Unwetter nicht mit dem Unglück in Verbindung stehen, da das Paar vermutlich bereits am Montagvormittag tödlich verunglückt ist.

Risiken im Hochalpinen Gelände

Alpinexperten weisen darauf hin, dass selbst erfahrene Bergsteiger in hochalpinem Gelände wie dem Hüttengrat erheblichen Risiken ausgesetzt sind. Trotz der offenbar vorhandenen Erfahrung des verunglückten Paares zeigt der tragische Unfall, wie unberechenbar die Bergwelt sein kann.

Bergrettungsdienste empfehlen daher ausdrücklich eine besonders sorgfältige Tourenplanung sowie das Mitführen von Notfallausrüstung bei Touren in vergleichbarem Terrain. Dazu gehören nicht nur geeignete Ausrüstung und technische Hilfsmittel, sondern auch eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten.

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