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Lernforschung

Videospiele befreien Kinder von Mathe-Trauma!

Videospiele befreien Kinder von Mathe-Trauma!
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Wenn ein digitaler Hund Mathe beibringt, steckt dahinter mehr als nur Spielerei. Grazer Forscher revolutionieren die Förderung rechenschwacher Kinder mit einem psychologischen Kniff.

Spielerisch gegen Rechenschwäche

In jeder österreichischen Schulklasse sitzt durchschnittlich ein Kind mit Rechenschwäche. Die Problematik reicht dabei weit über bloße Rechenfehler hinaus: Betroffene Kinder haben Schwierigkeiten, Zahlengrößen einzuschätzen oder grundlegende mathematische Operationen anzuwenden. Häufig entwickeln sie dabei ausgeprägte Versagensängste. Rechtzeitige Förderung kann jedoch verhindern, dass diese Schüler den Anschluss verlieren. Wie die Universität Graz nun zeigt, können innovative Lernmethoden nicht nur fachliche Kompetenzen verbessern, sondern gleichzeitig das Selbstvertrauen stärken. Wenn künftig ein animierter Hund auf dem Bildschirm die passende Zahl sucht, steht dahinter ein durchdachtes Konzept: Es geht um Motivation, Erfolgserlebnisse und einen neuen, angstfreien Zugang zur Mathematik.

Die Positionierung einer Zahl auf einem Zahlenstrahl von eins bis zehn stellt für viele rechenschwache Kinder eine enorme Herausforderung dar. Oft verhindert die Angst vor Misserfolg bereits den ersten Lösungsversuch. Der Psychologe Manuel Ninaus von der Universität Graz hat nun in einer aktuellen Untersuchung nachgewiesen, wie solche Barrieren durch spielerische Elemente überwunden werden können. Sein Forschungsansatz verbindet mathematische Übungen mit Elementen aus der Spielewelt. „Kinder mit Lernstörungen sind oft sehr frustriert und glauben zu wenig an ihre Fähigkeiten. Deswegen fehlt ihnen auch häufig die Motivation zum Üben und Lernen“, erklärt Ninaus. Seine Forschungsergebnisse belegen, dass ein spielerischer Ansatz diese negative Grundhaltung durchbrechen kann – mit bemerkenswerten Resultaten.

Innovative Studienergebnisse

Die im Fachjournal „Mind, Brain and Education“ veröffentlichte Studie untersuchte die Wirkung verschiedener Übungsformate auf Kinder. Die Teilnehmer im Alter zwischen sieben und 15 Jahren bearbeiteten eine identische Aufgabenstellung: Sie sollten die korrekte Position einer Zahl auf einem Zahlenstrahl bestimmen. Dabei wurden drei unterschiedliche Methoden getestet: traditionell mit Stift und Papier, digital am Computer mit Tastatureingabe und als interaktives Videospiel, bei dem ein Hund zur richtigen Position navigiert werden musste. Das Ergebnis war eindeutig: „Bei letzterer Variante fühlten sich die Testpersonen am wohlsten und am kompetentesten“, resümiert Ninaus.

Spielerisches Lernen

Der Schlüssel zum Erfolg liegt nach Ninaus‘ Erkenntnissen im Gefühl der Selbstwirksamkeit. „Alleine das Design vermittelt den Kindern Sicherheit und motiviert zum Weitermachen. Das kann einen sehr großen Mehrwert liefern.“ Wenn der Lernprozess Freude bereitet, steigt auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – eine Erfahrung, die im regulären Schulunterricht häufig fehlt. Allerdings betont der Forscher: Nicht jedes Spiel fördert automatisch den Lerneffekt. Für wirksame Übungen müssen Spieleentwickler, Therapeuten und Neurowissenschaftler zusammenarbeiten.

„Es muss sichergestellt sein, dass die Schüler:innen die Lerninhalte aus dem Videospiel auch gut verarbeiten können und nicht durch zu viele Sinneseindrücke überfordert sind“, warnt Ninaus.

Zu viel Action könne kontraproduktiv wirken und vom eigentlichen Lernziel ablenken.

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KO KOSMO-Redaktion
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