Dreihundert Meter Nationalflagge, donnernde Kanonen und Kampfjets am Himmel – Serbiens Militärparade in Neu-Belgrad wurde zur imposanten Machtdemonstration von Präsident Vucic.
In Neu-Belgrad entfaltete sich eine zweistündige Militärparade, die sowohl durch ihren Umfang als auch durch ihre politische Symbolik beeindruckte. Den Auftakt bildete ein beeindruckendes Schauspiel, bei dem Militärschüler eine dreihundert Meter lange serbische Nationalflagge über den Zeremonienplatz trugen. Die Garde eröffnete das Spektakel formell mit einer zeremoniellen Salve – sechzig Schüsse aus sechs Kanonen donnerten nach Freigabe durch Staatspräsident Aleksandar Vucic über das Gelände.
🇷🇸 Today's Military Parade in Belgrade, Serbia. pic.twitter.com/ZuvHMLtOkS
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Im Anschluss präsentierten sich die Infanterieformationen dem Publikum. Besondere Aufmerksamkeit erregte die Spezialeinheit der Militärpolizei „Cobra“, die eine Schutz- und Evakuierungsoperation für eine hochrangige Persönlichkeit demonstrierte – eine Vorführung, die im Gegensatz zu den jüngsten Vorfällen in Novi Sad ohne Zwischenfälle verlief. Mitglieder der Serbischen Garde führten parallel dazu militärische Übungen vor, untermalt von patriotischen Klängen.
UAE President seen next to Vucic as Serbia shows off military might with grand parade in Belgrade
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Serbian President Aleksandar Vucic attended the 'Power of Unity' parade in Belgrade along with UAE President Sheikh Mohammed bin Zayed and American actor Steven Seagal.
The parade… pic.twitter.com/uFSFdl91no
Die Demonstration militärischer Stärke beschränkte sich nicht auf Landstreitkräfte. Auch auf der Donau und Save zeigten mehrere Kriegsschiffe Präsenz, während die Luftwaffe den Himmel dominierte. Insgesamt waren rund zehntausend Soldaten sowie knapp siebenhundert Fahrzeuge und Fluggeräte im Einsatz. Unter den präsentierten Waffensystemen befanden sich auch die aus Israel beschaffte Drohne Hermes 900 sowie das chinesische Luftabwehrsystem FK-3.
Internationale Beteiligung
Einen diplomatischen Akzent setzte die französische Luftwaffe mit ihren Rafale-Kampfflugzeugen, die gemeinsam mit serbischen MiGs über die Veranstaltung hinwegdonnerten – eine symbolträchtige Demonstration der Verteidigungskooperation zwischen Serbien und Frankreich. Den krönenden Abschluss des Luftprogramms bildete eine umfassende Flugshow mit Beteiligung sämtlicher Flugzeugtypen der serbischen Luftstreitkräfte.
Unter den Ehrengästen befand sich prominente internationale Vertretung, darunter Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, sowie Prinz Nasser aus der bahrainischen Königsfamilie. Auch der bosnisch-serbische Politiker Milorad Dodik verfolgte das militärische Schauspiel aus der ersten Reihe. Steven Seagal war ebenfalls bei der Militärparade anwesend, wo er einen Ehrensitz einnahm und Vučić persönlich begrüßte – ein Auftritt, der politisch geladen wurde, gerade wegen Seagals bekannter Nähe zu Russland.
Steven Seagal attending the military parade today in Belgrade, Serbia pic.twitter.com/QjkAoKkKwW
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Die serbische Staatsführung war vollzählig vertreten. Neben Präsident Vucic wohnten auch der ehemalige Präsident Tomislav Nikolic und die Premierministerin der Vojvodina (autonome Provinz Serbiens), Maja Gojkovic, der Veranstaltung bei – eine Konstellation, die Beobachter an frühere politische Konstellationen erinnerte. Auch Parlamentspräsidentin Ana Brnabic zeigte durch ihre Anwesenheit die Bedeutung des Anlasses.
Politische Dimension
Weitere internationale Gäste unterstrichen den geopolitischen Charakter der Veranstaltung, darunter hochrangige Militärvertreter aus China und Frankreich. Für mediale Aufmerksamkeit sorgte zudem der amerikanische Schauspieler Steven Seagal, der dem serbischen Präsidenten persönlich seine Aufwartung machte.
Abseits des offiziellen Programms versuchten mehrere hundert Studenten und Oppositionsanhänger, eine eigene Demonstration „zur Unterstützung der serbischen Armee“ zu organisieren. Die Gendarmerie verhinderte jedoch ihre Teilnahme durch Absperrmaßnahmen – ein weiterer Ausdruck der seit Monaten anhaltenden Spannungen zwischen der Regierung und protestierenden Bürgern. Ohnehin richtete sich die Veranstaltung weniger an das unmittelbar anwesende Publikum als vielmehr an die Fernsehzuschauer im ganzen Land und insbesondere an die Nachbarstaaten.
Den Abschluss der Militärparade bildeten zwei spektakuläre Fallschirmsprünge aus 1500 Metern Höhe, bei denen die serbische Nationalflagge sowie die Armeeflagge entfaltet wurden. Während die Kosten der aufwendigen Inszenierung weitgehend im Dunkeln blieben, war die Botschaft aus Sicht des Präsidenten unmissverständlich.
Serbien befindet sich in einem existenziellen Wettrüsten mit seinen Nachbarn.