Start NEWS PANORAMA Kroatien als zweites Ischgl? Public Health-Vorstand gibt Fehler zu
WALL STREET JOURNAL

Kroatien als zweites Ischgl? Public Health-Vorstand gibt Fehler zu

(FOTOS: HZJZ, iStockphoto)

Kroatien wurde zu einem Beispiel, wie Auslandsreisen als Beschleuniger für die COVID-19-Pandemie fungieren, schreibt das angesehene Wall Street Journal.

Im Artikel „Tourists in Croatia Help Feed Covid-19 Surge Across Europe“ wird argumentiert, wie die Öffnung des Tourismus in Kroatien dazu führte, dass es zu einem abermaligen Anstieg der Neuinfektionen im Adrialand selbst aber im Ausland durch Reiserückkehrer kam.

Nachdem sich die kroatische Regierung dazu entschieden hat, die Tourismussaison mit der Lockung der Corona-Maßnahmen zu retten, um so großen wirtschaftlichen Einbußen vorzubeugen, habe sich das Land vom Musterschüler im Kampf gegen das Coronavirus zu einem Hotspot gewandelt.

„Nach dem Ende des Lockdowns erlaubte die kroatische Regierung die abermalige Öffnung von Klubs und Kaffeehäusern an der Adria, womit Besucher aus aller Welt anlockten – von deutschen Studenten mit begrenztem Budget bis hin zu Jay-Z und Beyoncé“, schreibt das Wall Street Journal.

Ischgl-Vergleich
Ferner wird im Artikel auf Parallelen zum österreichischen Wintertourismus vergangene Saison, allen voran zu Ischgl, verwiesen, wo sich tausende Menschen aus ganz Europa mit dem Virus infiziert haben. Wie auch im bekannten Tiroler Skiort habe sich das Virus auch in Kroatien in Nachklubs, Kaffeehäusern und Partys verbreitet.

„Wir haben einige Touristen gehabt, die bereits infiziert eingereist sind, jedoch hat sich der Großteil hierzulande angesteckt“, so der Direktor des Kroatischen Instituts für öffentliche Gesundheit, Krunoslav Capak im Interview für das Wall Street Journal.

„Maßnahmen waren nur Vorschläge und keine Pflicht“
Capak gab ebenso zu, dass die Epidemiologen des Landes zwar dazu aufgerufen haben, in der (Nacht-)Gastronomie Abstand zu halten und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, gesetzlich verpflichtend sei dies jedoch nicht gewesen. Aus diesem Grund hätten einige Lokalbesitzer ihre Kaffeehäuser, Bars und dergleichen ohne jegliche Hygienemaßnahmen betrieben.

Ebenso werden im Artikel diverse negative Erfahrungen einiger Touristen wiedergegeben, die über zu wenig Vorsicht beim Sommerurlaub vonseiten der Einheimischen bzw. zu wenig strikter Vorschriften der kroatischen Regierung klagen.

Das Wall Street Journal erinnert auch daran, dass das deutsche Robert Koch-Institut angab, dass Reiserückkehrer aus Kroatien 12 Prozent der Neuinfektionen in Deutschland im Zeitraum vom 10. August bis 6. September ausmachten. Auch Tschechien und Österreich werden als Beispiele genannt, die ebenfalls mit einer hohen Anzahl an eingeschleppten Infektionen aus Kroatien zu kämpfen haben.

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