Warum Ex-Yugos die EU lieben sollten

KOLUMNE

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Warum Ex-Yugos die EU lieben sollten

Muamer-Becirovic-Kolumne
(FOTO: zVg.)

Kein Kontinent in der Weltgeschichte war untereinander so verfeindet wie Europa. Vor dem Jahre 1945 hielten die Friedenperioden lediglich ein paar Jahrzehnte. Die restliche Zeit war Europa mit Krieg übersät.

Zwei schreckliche Weltkriege mit Millionen von Toten gingen von ihm aus. Und doch hat es die Europäische Union geschafft, aus erbitterten Erzfeinden, seit 70 Jahren, Freunde zu machen. Der Balkan kann von dieser Versöhnung viel lernen.

Europa hat im Laufe der Jahrhunderte dazugelernt. Es kam spät, aber doch, die Einsicht, dass es dem eigenen Land nur so lange gutgeht, wie es dem anderen gutgeht. Frankreich und Deutschland, historische Feinde, die sich gehasst haben, begruben ihr Kriegsbeil und arbeiten Schulter an Schulter an diesem Europa mit. Andere Länder taten dasselbe. Und wie es sich für alle gelohnt hat!

Kein Kontinent auf dieser Welt ist heute reicher, als der Europäische. Nirgendwo auf dem Globus ist die Lebenserwartung höher. Keine Wirtschaft ist größer, als die der Europäischen Union. Nirgendwo auf der Welt geht es einem durchschnittlichen Bürger besser, als in Europa. Nirgendwo anders sind die Chancen größer, als hier. Und das hat dieser Kontinent innerhalb von nicht mal hundert Jahren geschafft! Der Balkan könnte das auch. Seine Führung muss es nur wollen.

Mit 73 Prozent Anteil ist die Europäische Union der größte Handelspartner des Balkans. Die Region wird finanziell großzügig bei ihren Schritten Richtung EU unterstützt. 215 Millionen Euro für Serbien, 44 Millionen für Bosnien, 92 Millionen für den Kosovo und so weiter. 333 Millionen investierte die EU von 2014-2017 in Infrastrukturprojekte am Balkan. 18000 junge Studenten aus dem Balkan gingen in die EU, um zumindest für ein Semester in der EU zu studieren. Man stelle sich nur einen Augenblick mal vor, es gäbe die europäische Balkan-Diaspora nicht, die unzähligen Familien am Balkan finanziell unter die Armen greift.

Die einzige wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft, die der Balkan und seine Bürger haben, ist in der europäischen Gemeinschaft. Wer Ihnen etwas anderes sagt, der meint es nicht gut mit Ex-Yugoslawien.

Gehen Sie daher bitte am 26. Mai verlässlich wählen und bestimmen Sie Europas Zukunft aktiv mit. Denn nur solange es Europa gutgeht, wird es dem Balkan besser gehen. Ihre Enkel werden es Ihnen danken.

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Muamer Bećirović ist jemand, den man im Volksmund wohl als „Politikjunkie“ bezeichnen würde. Als Sohn zweier bosniakischer Flüchtlinge kam er in München zur Welt. Nach Beendigung des Krieges emigrierte die Familie nach Österreich, wo er zur Schule ging und inzwischen studiert. Schon früh faszinierten ihn die Mächtigen und deren Dienst am Allgemeinwohl. Die Begeisterung für Geschichte - insbesondere die der Wirtschaft und Finanzen - lässt ihn bis heute nicht los. Er ist als Herausgeber des Kopf um Krone Magazins und freier Publizist tätig. Sein Lieblingstrank ist der Affogato.