Plötzlich ausgesperrt und als Kinderschänder beschuldigt: Immer mehr Österreicher verlieren ohne Vorwarnung den Zugang zu ihren Facebook- und Instagram-Konten.
Zunehmend melden Nutzer von Facebook und Instagram, dass ihre Konten ohne Vorwarnung gesperrt wurden. Die Betroffenen verlieren dadurch schlagartig den Zugriff auf ihre persönlichen Daten, Bilder, Kontakte und Nachrichten. Das Phänomen tritt mittlerweile auch bei zahlreichen österreichischen Nutzern auf.
Meta, der Mutterkonzern beider Plattformen, begründet die Sperrungen mit Verstößen gegen die geltenden Gemeinschaftsrichtlinien. In zahlreichen Fällen wird den Nutzern sogar der gravierende Vorwurf der „sexuellen Ausbeutung von Kindern“ gemacht. Für viele Betroffene kommt diese Anschuldigung völlig unerwartet und erscheint unbegründet.
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Dies nährt Spekulationen, dass möglicherweise ein KI-System fehlerhaft arbeitet und Accounts willkürlich blockiert. Der Konzern selbst äußert sich kaum zu den Vorfällen. Lediglich gegenüber der BBC erklärte Meta, man habe keine Zunahme von Fehlentscheidungen festgestellt. Diese Darstellung steht im Widerspruch zu den Erfahrungen vieler Nutzer, darunter auch neu angelegte Accounts, die ohne erkennbaren Grund gesperrt wurden.
Betroffene Profile
„Dein Facebook-Konto wurde gesperrt. Du hast 180 Tage Zeit, Einspruch einzulegen.“ Mit dieser oder ähnlichen Benachrichtigungen werden derzeit viele Nutzer konfrontiert. Seit mehreren Wochen häufen sich die Berichte über scheinbar unbegründete Kontosperrungen auf den Meta-Plattformen.
Häufig sind langjährige Nutzerprofile mit umfangreichen Kontaktlisten und Fotosammlungen betroffen, die von einem Tag auf den anderen nicht mehr zugänglich sind. Besonders problematisch ist die Situation für Selbständige und Unternehmen, die ihre Social-Media-Kanäle für Kundenkommunikation oder als Einnahmequelle nutzen. Auch in Österreich wächst die Zahl der Betroffenen stetig.
Eine Petition gegen die massenhaften Kontosperrungen hat in Österreich und Deutschland innerhalb weniger Wochen rund 27.000 Unterstützende gewonnen. Dies unterstreicht den wachsenden öffentlichen Druck auf den Social-Media-Giganten. Viele Unternehmen erleiden durch die Sperren erhebliche wirtschaftliche Einbußen und verlieren ihre digitale Geschäftsgrundlage.
Mögliche Maßnahmen
Wer mit einer Kontosperre konfrontiert wird, sollte zunächst innerhalb der vorgegebenen Frist von 180 Tagen über die Plattform selbst Widerspruch einlegen. Dieser Prozess erfordert meist das Hochladen eines Ausweisdokuments sowie eines aktuellen Fotos.
Bleibt eine Antwort von Meta aus, können österreichische Nutzer sich an die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) wenden, die außergerichtliche Schlichtungsverfahren anbietet.
Als letzte Möglichkeit bleibt der Rechtsweg – ein Schritt, der aufgrund der hohen Kosten für viele Betroffene jedoch kaum realisierbar ist. Kritiker fordern daher mehr Transparenz von Meta sowie einen direkten Support-Kanal für die immer häufiger auftretenden Kontosperrungen.