Nach dem Verlust des Hauptkunden während Corona geriet die Stranzinger Logistik in die Abwärtsspirale. Nun steht das oberösterreichische Unternehmen vor einem Schuldenberg.
Das Logistikunternehmen Stranzinger aus Eberschwang hat beim Landesgericht Ried im Innkreis ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingereicht. Der oberösterreichische Betrieb geriet in finanzielle Turbulenzen, nachdem er während der Corona-Pandemie seinen Hauptkunden verloren hatte. Zusätzlich verschärften der Ukraine-Konflikt und die allgemeine Kostensteigerung die wirtschaftliche Lage des Unternehmens erheblich.
Trotz intensiver Bemühungen um neue Auftraggeber blieb der Erfolg aus. Auch finanzielle Stützungsmaßnahmen wie die Zuführung von Eigenkapital, Gesellschafterdarlehen und ein Corona-Hilfskredit konnten die Situation nicht nachhaltig verbessern. Die Verbindlichkeiten ohne Sicherheiten summieren sich mittlerweile auf 4,02 Millionen Euro, während das Unternehmensvermögen lediglich etwa 188.000 Euro beträgt.
Massive Überschuldung
Von der Insolvenz sind insgesamt 41 Gläubiger betroffen. Die rechnerische Ausschüttungsquote liegt bei nur 1,6 Prozent. Dennoch strebt das Unternehmen eine Fortführung an und offeriert im Rahmen eines Sanierungsplans die gesetzlich vorgeschriebene Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren.
Branchenexperten sehen die Erfolgsaussichten des Sanierungsplans allerdings kritisch angesichts der niedrigen Vermögensquote. Die Deckung der Millionenverbindlichkeiten mit einem Vermögen von lediglich 188.000 Euro stellt eine erhebliche Hürde dar, besonders unter den aktuellen Marktbedingungen im Logistiksektor.
Betrieb läuft weiter
Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV EUROPA) mitteilt, steht die formelle Eröffnung des Verfahrens unmittelbar bevor. Die 2014 gegründete Stranzinger Logistik Service GmbH betreibt aktuell drei Logistikstandorte in Oberösterreich.
Das Unternehmen beschäftigt 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Laut Informationen des KSV1870 bleibt die Fortführung des Betriebs an allen drei Standorten vorerst gesichert, während das Management weiterhin an der Gewinnung neuer Auftraggeber arbeitet. Konkrete Erfolge bei der Neukundenakquise wurden jedoch bislang nicht bekannt gegeben.