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Chronik

Weihnachtsmarkt-Attentäter rechtfertigt Bluttat in 36-Seiten-Brief

Weihnachtsmarkt-Attentäter rechtfertigt Bluttat in 36-Seiten-Brief
FOTO: EPA-EFE/FILIP SINGER/Screenshot/X
2 Min. Lesezeit |

In einem 36-seitigen Brief rechtfertigt der Magdeburger Weihnachtsmarkt-Attentäter seine Tat als Vergeltung gegen deutsche Behörden – ohne jede Spur von Reue.

Am Abend des 20. Dezember 2024 lenkte der Täter, Taleb al-Abdulmohsen, einen Pkw durch eine Rettungsgasse direkt auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt am Alten Markt. Mit hoher Geschwindigkeit fuhr er in die Menschenmenge. Bei dem Anschlag kamen sechs Menschen ums Leben, mindestens 323 weitere wurden verletzt. Die Polizei nahm den Täter unmittelbar nach der Tat fest.

36-seitiger Brief

Der Attentäter vom Magdeburger Weihnachtsmarkt hat sich erstmals in einem umfangreichen Schreiben zu seiner Tat geäußert. In dem 36 Seiten umfassenden Brief stellt Taleb A. (50) den Anschlag als Vergeltungsmaßnahme gegen deutsche Behörden dar. Der saudi-arabische Staatsangehörige wirft den Behörden vor, Flüchtlinge aus seinem Heimatland zu misshandeln und sogar Tötungsabsichten zu hegen. Bemerkenswert ist dabei das völlige Fehlen von Reue oder Mitgefühl für die Opfer seiner Tat.

Der Investigativjournalist Dirk Banse, der mit dem inhaftierten Täter in Kontakt steht, berichtete am Samstag in der „Welt“ über das Schreiben. „Er will rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen ist“, erklärte Banse. Der Journalist beschreibt den mentalen Zustand des Attentäters als wahnhaft: „Er fühlte sich verfolgt von deutschen Behörden.“ Laut dem Brief habe Taleb A. den Anschlag als Vergeltung verübt und beschuldigt deutsche Institutionen, saudische Geflüchtete zu misshandeln und deren Leben zu bedrohen.

Wahnhafte Argumentation

Obwohl der Brief sprachlich strukturiert verfasst sei, werde die Argumentation konfus, sobald der Verfasser auf seine Beweggründe zu sprechen kommt. Direkte Aussagen zu seinen Motiven vermeide der Attentäter, deute jedoch an, dass angebliche Falschinformationen für die eigentliche „Tragödie“ verantwortlich seien. „Es ist wirklich schlimm, das alles zu lesen“, kommentiert Banse. Der Täter zeige keinerlei Empathie und entschuldige sich an keiner Stelle für die sechs Todesopfer und Hunderte Verletzte.

Berufliche Selbsttäuschung

Dasselbe Schreiben ging auch an seinen früheren Vorgesetzten. Taleb A., der als psychiatrischer Betreuer im Maßregelvollzug (Einrichtung für psychisch kranke oder suchtkranke Straftäter) in Bernburg tätig war, behauptet entgegen anderslautender Aussagen von Kollegen, ein kompetenter Arzt gewesen zu sein.

„Dieser Mann hatte sich in einen Wahn begeben, aus dem er nicht herausgefunden hat“, resümiert der Journalist.

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KO KOSMO-Redaktion
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