McDonald’s spürt den Druck – und reagiert mit einer Strategie, die den Konzern grundlegend verändern soll.
Beim weltgreiten Franchise-Treffen in Las Vegas hat McDonald’s eine neue globale Unternehmensstrategie präsentiert. Unter dem Namen „McDonald’s > Next“ will der Fast-Food-Riese seine Position als bevorzugte Anlaufstelle für Gäste ausbauen. Das Programm stützt sich auf vier Kernbereiche: die Neugestaltung der Filialen, die Verbesserung des Speise- und Getränkeangebots, kundenzentrierte Innovationen sowie einen ausgebauten Service. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Hähnchen- und Rindfleischprodukten sowie dem Getränkesortiment.
Steigende Preise haben den traditionellen Preisvorteil von Fast Food erheblich geschmälert, während ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein unter Verbrauchern das Konsumverhalten verändert. Gleichzeitig drängen neue Gastronomiekonzepte – darunter Bowl-Restaurants, Sushi-Lokale und spezialisierte Burgerbars – auf den Markt und entziehen den etablierten Ketten zunehmend Kundschaft.
Kempczinskis Kurswechsel
Wie das Portal Chip unter Berufung auf den US-Sender CNBC berichtet, begründete Konzernchef Chris Kempczinski den Kurswechsel mit dem veränderten Wettbewerbsumfeld: Klassische Konkurrenten würden ihre Angebote aufwerten, während gleichzeitig „eine neue Welle von Spezialisten“ entstehe, die Geschmack und Qualität neu definiere. Den eigenen Anspruch formulierte Kempczinski unmissverständlich: „In einer Welt, in der jedes Restaurant nur einen Wisch entfernt ist, gibt es keinen zweiten Platz.“ Konkrete Finanzziele und weitere Einzelheiten will der Konzern im September im Rahmen eines Investorentags bekanntgeben.
Jill McDonald, verantwortlich für das Restauranterlebnis, kündigte in diesem Zusammenhang deutlich höhere Qualitätsansprüche an. Man „setzt die Messlatte für unser Menü höher“, sagte sie, indem Qualität und Einheitlichkeit im großen Maßstab verbessert würden. Ein Big Mac soll künftig weltweit nicht nur gleichmäßiger, sondern auch hochwertiger schmecken.
Automatisierung im Test
Neben dem Angebot selbst nimmt McDonald’s auch die internen Betriebsabläufe ins Visier. In fünf US-Filialen erprobt der Konzern derzeit ein automatisiertes Bestellsystem namens Archy.
Die Technologie soll wiederkehrende Routineaufgaben übernehmen, sodass das Personal mehr Kapazität für die direkte Betreuung der Gäste gewinnt.