Wenn die Gelenksschmerzen über­hand­neh­men!

ENTZÜNDUNGEN UND VERLETZUNGEN

Wenn die Gelenksschmerzen über­hand­neh­men!

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Unangenehme Schmerzen und eine verminderte Beweglichkeit deuten oft auf chronische Probleme hin, die die Heilung erschweren und verlangsamen.

Es gibt fast niemanden, der nicht zumindest einmal Schmerzen in den Gelenken gespürt hat, die, wie wir uns erinnern, eine Verbindung zwischen den Knochen bilden. Da sie das Bewegen erst ermöglichen, kann jede Schädigung der Gelenke, egal ob sie durch Krankheit oder Verletzung hervorgerufen wird, die Bewegungen ernsthaft einschränken und starke Schmerzen, aber auch langfristige Folgen verursachen.

Schmerzen in den Gelenken werden zum Winterbeginn besonders intensiv und unangenehm, denn die Kälte verstärkt die Probleme bei Personen, die an degenerativem Rheumatismus (Arthrose) leiden. Ihre häufigsten Beschwerden sind Schmerzen in den großen tragenden Gelenken: in Knien, Hüften, Sprunggelenken, aber auch im Nacken und in der Lendenwirbelsäule. Man sagt, dass diese Schmerzen mechanischen Charakters sind, d.h. dass sie vor allem beim Bewegen und Beugen auftreten. Allerdings macht erhöhte Luftfeuchtigkeit die Gelenksbeschwerden bei Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen (Arthritis) schlimmer. Bei ihnen sind die Schmerzen am Morgen am stärksten, und wenn die Gelenke aktiviert werden, lässt der Schmerz allmählich nach.

Wichtig!
Die Entwicklung vieler rheumatischer Krankheiten, vor allem von Arthritis, kann man nicht verhindern. Allerdings wird die Entstehung von degenerativem Rheumatismus (Arthrose) durch Übergewicht, schwache Muskulatur, eine schlechte Körperhaltung, die Arbeit in Zwangspositionen sowie auch durch übermäßige Belastung und Verletzungen der Gelenke begünstigt. Darum tritt eine Arthrose der tragenden Gelenke häufig bei adipösen und körperlich inaktiven Menschen auf. Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz viel sitzen oder in einer gebückten Haltung arbeiten, leiden häufiger an Spondylose (degenerativem Rheumatismus des Rückgrats). Wer auf sein Körpergewicht, eine gesunde Lebensweise und regelmäßige körperliche Aktivität achtet, kann sein Risiko, an Arthrose zu erkranken, erheblich vermindern. Leider können wir die Tatsache nicht vernachlässigen, dass mit dem Alter auch der Knorpel abgebaut wird, der die Gelenke umfasst, was der Hauptgrund für die Entstehung einer Arthrose ist.

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Alterung führt zu einem Abbau der Knorpel, die die Gelenke umfassen. Das ist der Hauptgrund für das Auftreten von Arthrose.(FOTO: iStockphoto)

Die häufigsten Gelenkverletzungen:

Schultern
Im Schultergelenk, dem komplexesten Gelenk des menschlichen Körpers, bestehen viele Strukturen (Ligamente, Weichgewebe und Muskeln), die miteinander korrespondieren und funktional auf einander einwirken. Die Rotatorenmanschette der Schulter bildet eine Sehnenverbindung der vier Rotatorenmuskeln, die den Hauptoberarmknochen umfassen und das Heben und Drehen des Armes ermöglichen. Zwischen der Rotatorenmanschette und den Knochenplatten auf der Schulter befindet sich ein Schleimbeutel, der beim Bewegen des Armes für das ungehinderte Gleiten der Rotatorenmanschette sorgt. Im Falle von Verletzungen oder Erkrankungen entsteht ein intensiver Schmerz.

Akute Verletzungen entstehen am häufigsten beim Heben von Lasten über Schulterhöhe (Gewichtheben) oder bei Stürzen auf die Schulter. Sie gehen mit starken, stechenden Schmerzen einher, die zum Ellenbogen hin nachlassen. Infolge des Schmerzes und der Muskelspasmen sind die Bewegungen eingeschränkt und das Heben des Armes über Schulterhöhe wird unmöglich.

Eine chronische Verletzung ist eine Folge verschiedener Sportarten und Berufe, die ständig sich wiederholende Bewegungen erfordern, bei denen der Arm gegen einen gewissen Widerstand über Schulterhöhe angehoben wird (Gewichtheben, Tennis, Ausmalen). Das ist ein degenerativer Prozess, bei dem das Sehnengewebe über einen längeren Zeitraum geschädigt und geschwächt wird, sodass ein jähes Anheben des Armes zu einem Riss führen kann.

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Erhöhte Luftfeuchtigkeit verstärkt die Beschwerden bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen (Arthritis). (FOTO: iStockphoto)

Hüfte
Pathologische Zustände der Hüfte sind auch mit erhöhten sportlichen Aktivitäten verbunden: Bei jungen Menschen geht es um eine Steigerung der Anforderungen im Wettkampfsport, während bei der älteren Bevölkerung der Wunsch nach sportlichen und sonstigen körperlichen Aktivitäten wächst. Hüftbrüche sind bei älteren Menschen relativ häufig. Sie entstehen meistens beim Fallen und werden operativ behandelt. Brüche der Hüfte werden bei Jüngeren meistens durch Verkehrsunfälle und seltener durch Stürze aus größerer Höhe hervorgerufen. Meistens erfolgt die Behandlung im Operationssaal nach denselben Modalitäten wie bei älteren Menschen, durch eine Synthese der gebrochenen Knochenteile oder durch Einsetzung einer künstlichen Hüfte. Verletzungen der Hüfte sind bei Sportlern weniger häufig als Knieverletzungen, kommen aber dennoch vor. Besondere Bedeutung wird im Rahmen dieser Pathologie der „schnappenden Hüfte“ zugemessen, weil bei dieser ein Geräusch entsteht und sie mit Schmerzen und teilweise eingeschränkter Beweglichkeit der Hüfte einhergeht. Die Behandlung ist operativ und wird meistens arthroskopisch durch kleine Hautschnitte durchgeführt, was eine schnelle Genesung ermöglicht.

Knie
Dies ist eines der komplexesten Gelenke im menschlichen Körper, über das das gesamte Körpergewicht übertragen wird. Seine Stabilität ist äußerst wichtig, um eventuelle Probleme mit dem Gleichgewicht, beim Gehen oder bei der Wahrung einer aufrechten Haltung zu vermeiden. Eine häufige Verletzung dieses Gelenks wird „springendes Knie“ genannt. Sie wird durch übermäßige Belastung der Sehne hervorgerufen, die sich unmittelbar unterhalb der Kniescheibe befindet, und sie besteht aus einer Entzündung und Schmerzen. Diese Verletzung tritt oft bei Sportarten auf, die mit häufigem Springen verbunden sind, z.B. beim Basketball.

DER MENISKUS eine Knorpelformation im Kniegelenk

Der Meniskusriss ist eine der häufigsten Knieverletzungen. Der Meniskus ist eine Knorpelformation des Kniegelenks und es gibt insgesamt zwei: den inneren (medialen) und den äußeren (lateralen). Die Menisken wirken im Kniegelenk wie Polster, die die Bewegungen amortisieren. Sie können quer, horizontal, längs und schräg reißen, aber auch in Kombination all dieser Richtungen. Für die Entstehung dieser Verletzung reicht es, nur das Knie zu verdrehen oder wiederholt zu beugen, wie es häufig bei sportlichen, aber auch bei gewöhnlichen Alltagsaktivitäten der Fall ist.

Degenerative Veränderungen am Kniegelenk tragen zur Wahrscheinlichkeit dieser Verletzung bei. Ein Meniskusriss äußert sich in auftretenden Knieschmerzen, die nicht ständig sind, sowie in einer Schwellung, die auch wieder zurückgehen kann. Allerdings kann das Knie nicht im vollen Umfang bewegt werden, man hört ein Knirschen oder Knacken im Gelenk. Die effizienteste Behandlungsmethode ist chirurgisch bzw. arthroskopisch und garantiert den Patienten nach einer zusätzlichen physikalischen Therapie Gesundung.