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Gesundheitsbedrohung

WHO warnt: Dieser Schimmelpilz tötet – und er breitet sich in Europa aus

WHO warnt: Dieser Schimmelpilz tötet – und er breitet sich in Europa aus
Symbolfoto. FOTO: iStock/Epiximages
3 Min. Lesezeit |

Ein tödlicher Pilz breitet sich in Europa aus – und der Klimawandel beschleunigt seine Verbreitung. Wissenschaftler warnen vor dramatischen Folgen für Millionen Menschen.

Europa steht vor einer wachsenden Bedrohung durch einen aggressiven Krankheitserreger: Der Aspergillus-Pilz wird sich laut einer aktuellen Forschungsarbeit in den kommenden Jahrzehnten massiv ausbreiten. Besonders gefährdet sind immungeschwächte Personen, Asthmatiker und Menschen mit genetisch bedingten Stoffwechselstörungen. Die Inhalation der Sporen kann zur sogenannten Aspergillose führen – einer Atemwegserkrankung mit potenziell tödlichem Ausgang. Wissenschaftler prognostizieren, dass sich das Verbreitungsgebiet des Pilzes bis zum Ende des Jahrhunderts um fast 80 Prozent ausdehnen könnte, was einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen zur Folge hätte.

Die globale Erwärmung erweist sich als entscheidender Faktor für die Verbreitung dieses Krankheitserregers. Die steigenden Durchschnittstemperaturen und die veränderten Umweltbedingungen schaffen optimale Wachstumsvoraussetzungen für Aspergillus. Norman van Rhijn vom Wellcome Trust der Universität Manchester, der an der Studie beteiligt war, warnt eindringlich: „Die Welt steht hinsichtlich der Zunahme von Pilz-Pathogenen, die auch in Häusern gedeihen, an einem Wendepunkt.“ Es geht um Hunderttausende von Menschenleben und um kontinentale Verschiebungen in der Artenverteilung. In 50 Jahren werden unsere Anbaugebiete und Infektionsquellen völlig anders sein.

Gefahr für Lebensmittel

Die Risiken beschränken sich nicht nur auf den medizinischen Bereich. Aspergillus gefährdet auch die Nahrungsmittelproduktion. Einige Varianten des Pilzes setzen Aflatoxine frei – hochgiftige Verbindungen, die Lebensmittel verunreinigen und beim Menschen Krebserkrankungen oder Leberschäden auslösen können. Mit steigenden Temperaturen und CO2-Konzentrationen nimmt auch die Produktion dieser Giftstoffe zu, was die Sicherheit der Nahrungsmittelversorgung zusätzlich kompromittiert.

Bereits 2022 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Aspergillus als einen der vier gefährlichsten pilzartigen Krankheitserreger klassifiziert. Trotz der zunehmenden Gefahr sind die therapeutischen Möglichkeiten derzeit stark limitiert. Die Forschung an neuen Behandlungsansätzen ist dringend erforderlich, um der Ausbreitung dieses potenziell lebensbedrohlichen Pilzes entgegenzuwirken.

Janusköpfiger Pilz

Paradoxerweise findet Aspergillus in der Lebensmittelverarbeitung durchaus nützliche Anwendung, etwa bei der Produktion von Sojasauce und Sake. Doch während der Pilz in kontrollierter Umgebung wertvolle Dienste leistet, kann er in freier Natur zur existenziellen Bedrohung werden.

Fachleute schätzen, dass bis zum Jahr 2100 bis zu neun Millionen Europäer dem Risiko einer potenziell tödlichen Infektion ausgesetzt sein könnten.

Präventionsmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten

In Österreich wird die Behandlung von Aspergillose zunehmend durch Resistenzen gegenüber klassischen Antipilzmitteln erschwert. Neben etablierten Wirkstoffen wie Voriconazol und Itraconazol setzen Mediziner vermehrt auf neue Substanzen sowie Kombinationstherapien. Experten betonen dabei, dass regionale Unterschiede im Erreger-Profil eine rasche Anpassung der Behandlungsstrategie erforderlich machen.

Die österreichische Ärzteschaft empfiehlt besonders gefährdeten Personengruppen gezielte vorbeugende Maßnahmen. Dazu zählen regelmäßige Luftfilterung in Innenräumen und der konsequente Verzicht auf Kontakt mit gärenden organischen Materialien, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Auswirkungen auf die Lebensmittelindustrie

Österreichische Behörden und Fachverbände warnen aktuell vor steigenden Aflatoxin-Belastungen in Getreideimporten aus Südosteuropa. Diese Entwicklung hat bereits zu verstärkten Kontrollen und angepassten Grenzwerten im Frühjahr 2025 geführt. Die erhöhte Wachsamkeit betrifft besonders Produkte, die traditionell aus klimatisch wärmeren Regionen importiert werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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