Wien macht Ernst: Eine Idee von Jugendlichen wird zur stadtweiten Infrastruktur – kostenlos, barrierefrei und sofort nutzbar.
Wer in Wien unterwegs ist und plötzlich vor einem leeren Akku steht, muss künftig nicht mehr nach einer Steckdose suchen. Die Stadt hat in mehreren Parks kostenlose Ladestationen für Smartphones und Tablets eingerichtet, die direkt an Lichtmasten im öffentlichen Raum montiert wurden. Vier dieser sogenannten Power-Stationen sind bereits in Betrieb: im Resselpark in Wien-Wieden, im Esterhazypark in Wien-Mariahilf, im Helmut-Zilk-Park in Wien-Favoriten sowie am Emil-Maurer-Platz in Wien-Neubau.
Eine weitere Station soll in Kürze im Forschneritschpark in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus folgen. Die Standorte wurden bewusst gewählt – sie befinden sich laut Stadt an stark frequentierten Plätzen in der Nähe von Spielplätzen und Skater-Rampen.
Jugendliche als Ideengeber
Den Anstoß für das Projekt gaben Jugendliche selbst. Die Idee wurde im Rahmen der Kinder- und Jugendmillion der Stadt Wien eingereicht, einem Beteiligungsformat, das Kindern und Jugendlichen ermöglicht, eigene Vorschläge für die Stadtgestaltung einzubringen. Nach einer gemeinsamen Ausarbeitung mit städtischen Fachleuten wurde das Projekt online zur Abstimmung gestellt und schließlich zur Umsetzung freigegeben.
Realisiert wurde es von Wien Leuchtet, der Magistratsabteilung 33. Die koordinierende Begleitung übernahm die Stelle „Junges Wien“ bei WIENXTRA.
Technik & Ausstattung
Die Stationen wurden eigens für den Einsatz im öffentlichen Raum entwickelt und an Lichtmasten befestigt. Gut sichtbare Piktogramme sollen die Ladepunkte auch auf den ersten Blick erkennbar machen. Zudem wurden die Anlagen auf ihre Barrierefreiheit hin überprüft.
Beim Laden stehen mehrere Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung: Geräte können per USB-A oder USB-C verbunden werden. Smartphones mit Wireless-Charging-Funktion lassen sich darüber hinaus einfach auf die dafür vorgesehene Fläche legen – ein Kabel ist dann nicht notwendig.
„Wenn Jugendliche nach mehr Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum fragen, nehmen wir das ernst“, erklärt Vizebürgermeisterin und Jugendstadträtin Bettina Emmerling (Neos). Aus einer konkreten Idee sei damit ein praktisches Angebot im Wiener Stadtbild geworden. Auch die Bezirksvorsteherin von Wien-Wieden, Lea Halbwidl (SP), begrüßt die neue Station im Resselpark.
Dieser sei ein zentraler Treffpunkt für junge Menschen in Wien. Die neue Infrastruktur werte den Park als Aufenthaltsort für Jugendliche weiter auf – und kostet keinen Cent.