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Sanierungsoffensive

Wien steckt 1,37 Milliarden Euro in Gemeindebauten

Wien steckt 1,37 Milliarden Euro in Gemeindebauten
Stadt Wien/ Pamela Russmann
3 Min. Lesezeit |

Milliarden für den Gemeindebau: Wien startet eine der größten Sanierungsoffensiven seiner Geschichte – mit messbaren Folgen für Tausende Haushalte.

Wiener Wohnen steckt 1,37 Milliarden Euro in die Erneuerung von rund hundert Wohnhausanlagen im gesamten Wiener Stadtgebiet. Von den Maßnahmen betroffen sind knapp 16.000 Wohnungen, in denen etwa 40.000 Menschen ihren Alltag verbringen. Schwerpunkte der Arbeiten sind die thermische Ertüchtigung der Gebäudehüllen, die Erneuerung der Haustechnik, der Einbau neuer Fenster sowie die Herstellung barrierefreier Zugänge.

Ziel ist es, den Energieverbrauch zu senken und die Heizkosten zu reduzieren – bei gleichzeitig gesteigerter Sicherheit und verbessertem Wohnkomfort. Allein die thermischen Fassadensanierungen der aktuell in Bearbeitung befindlichen Gebäude erstrecken sich laut Wiener Wohnen über eine Gesamtfläche von rund 13 Hektar, was etwa 18,5 Fußballfeldern entspricht.

„Die 220.000 Gemeindewohnungen in Wien wurden von mehreren Generationen, beginnend vor über hundert Jahren, aufgebaut“, so Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SP). Es gehe darum, den Kernbestand des sozialen Wohnbaus weiterzuentwickeln und zukunftsfit zu machen. „Mit einem milliardenschweren Sanierungsprogramm stellen wir sicher, dass leistbare Mieten, hohe Wohnqualität und wirksame Maßnahmen für Energieeffizienz Hand in Hand gehen“, so Hanel-Torsch.

Bisherige Erfolge

Seit dem Jahr 2020 hat Wiener Wohnen 91 Sanierungsprojekte erfolgreich abgeschlossen. Davon profitiert haben 10.453 Wohnungen sowie mehr als 26.000 Bewohnerinnen und Bewohner im Gemeindebau. Durch die in den vergangenen Jahren erzielten Fortschritte rücken nun zunehmend jene Anlagen in den Vordergrund, die in den Jahrzehnten zwischen 1960 und 1980 errichtet wurden.

Messbare Einsparungen

Wie deutlich die Sanierungsmaßnahmen den Energiebedarf beeinflussen können, belegen mehrere kürzlich fertiggestellte Projekte. In der Angeligasse 78–80 in Wien-Favoriten wurde eine zwischen 1929 und 1930 erbaute Anlage mit fünf Stiegen und 92 Wohnungen modernisiert – der Heizwärmebedarf ging dabei um 64 Prozent zurück. In der Wolfersberggasse 13–17 wurden sechs Gebäude aus dem Jahr 1956 mit insgesamt 81 Wohnungen saniert; innerhalb von drei Jahren sank der Heizwärmebedarf von 150,24 auf 38,63 kWh/m²a, was einer Ersparnis von rund 75 Prozent entspricht.

In der Alliogasse 21 wurden die Arbeiten im Frühjahr 2026 nach zwei Jahren abgeschlossen, wobei der Heizwärmebedarf pro Quadratmeter und Jahr von 121 auf 28,26 kWh und damit um 77 Prozent sank. Den höchsten Wert unter den genannten Projekten verzeichnet die Anlage in der Erlaaer Straße 131–133 in Wien-Liesing: Die zwischen 1963 und 1965 errichtete Wohnhausanlage umfasst 127 Wohnungen auf 15 Stiegen; nach der thermischen Sanierung fiel der Heizwärmebedarf von 136,72 auf 28,46 kWh – eine Reduktion um 80 Prozent.

Wiener-Wohnen-Chefin Katharina Klement hebt neben den sinkenden Heizkosten auch den Nutzen der Maßnahmen in heißen Sommermonaten hervor. Gedämmte Fassaden, zeitgemäße Fenster und eine hochwertige Gebäudehülle sollen dazu beitragen, dass die Wohnungen auch bei sommerlicher Hitze angenehm kühl bleiben.

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KO KOSMO-Redaktion
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