Weniger Deals, aber stabile Preise: Wiens Gründerzeit-Zinshausmarkt trotzt dem Gegenwind – mit einer auffälligen Verschiebung.
Der Wiener Markt für Gründerzeit-Zinshäuser hat das erste Halbjahr mit einem Transaktionsvolumen von rund 418 Millionen Euro abgeschlossen – ein Ergebnis, das angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Verwerfungen als bemerkenswert stabil gilt. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt derzeit bei 3.269 Euro.
Laut der aktuellen Markterhebung von OTTO Immobilien wurden im ersten Halbjahr insgesamt 106 Transaktionen verzeichnet – gegenüber 151 Abschlüssen im vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein spürbarer Rückgang. Geschäftsführer Eugen Otto ordnet die Lage dennoch positiv ein: „Wir haben ein Halbjahr mit einem langen, tiefen geopolitischen Einschnitt hinter uns…“
Innenbezirke dominieren
Innerhalb des Wiener Stadtgebiets zeichnet sich eine deutliche Verschiebung ab: Die inneren Bezirke gewinnen als bevorzugte Transaktionsstandorte weiter an Gewicht und vereinen mittlerweile 67,3 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens auf sich. In den Außenbezirken hingegen brach die Anzahl der Verkäufe um 41 Prozent ein. Überdurchschnittlich stark entwickelten sich Wien-Wieden, Wien-Mariahilf sowie Wien-Liesing.
Philipp Maisel, Leiter Investment bei OTTO Immobilien, beschreibt die veränderte Nachfragestruktur so: „Zwei Drittel des Volumens werden heute innerhalb des Gürtels umgesetzt…“ Als besonders verlässliche Käufergruppe gelten dabei sogenannte Full-Equity-Käufer (Käufer ohne Bankkredit) – also Investoren, die vollständig ohne Bankfinanzierung agieren. Die Konzentration auf zentrale Lagen und Qualitätsobjekte nehme laut Maisel weiter zu.