Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Immobiliendeal

Wiens Rekord-Deal: Wien Mitte (The Mall) soll in ÖBB-Hände wechseln

Wiens Rekord-Deal: Wien Mitte (The Mall) soll in ÖBB-Hände wechseln
Foto: Screenshot Google Maps
3 Min. Lesezeit |

Ein Milliardendeal bahnt sich in Wien an – und er könnte Stadtgeschichte schreiben.

Wien-Mitte gehört zu den verkehrsreichsten Punkten der Bundeshauptstadt: An der Landstraßer Hauptstraße in Wien-Landstraße bündeln sich S-Bahn, U-Bahn und Straßenbahn zu einem der bedeutendsten Knotenpunkte des öffentlichen Nahverkehrs. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich das Handelsgericht und der Stadtpark, das Umfeld ist geprägt von Geschäften, Bankfilialen und Kaffeehäusern. Das Einkaufszentrum, das unter dem Namen The Mall bekannt ist, gilt als eine der gefragtesten Lagen der Stadt.

ÖBB übernimmt Wien-Mitte

Aktueller Eigentümer des Objekts ist eine Investorengruppe unter Führung von Morgan Stanley Estate Investing, die das Zentrum im Jahr 2015 erworben hat. Beim Erwerb durch den von Morgan Stanley Real Estate Investing verwalteten Fonds wurde der Kaufpreis von mehreren Fachmedien mit rund 500 Millionen Euro beziffert. Nun deutet vieles darauf hin, dass die Österreichischen Bundesbahnen das Einkaufszentrum übernehmen werden. Aus Branchenkreisen ist zu vernehmen, dass die Verhandlungen zwischen der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH und den bisherigen Eigentümern kurz vor dem Abschluss stehen.

Für die ÖBB wäre der Erwerb von Wien-Mitte ein weiterer Schritt zur Stärkung ihres Immobilienportfolios an infrastrukturell bedeutsamen Standorten – eine Strategie, die das Staatsunternehmen bereits seit Jahren verfolgt. Das Einkaufszentrum umfasst rund 28.000 Quadratmeter Handelsfläche sowie 63.000 Quadratmeter Bürofläche. Zu den Mietern zählen unter anderem das Finanzamt, H&M, Spar sowie Wien Tourismus.

Rekordtransaktion in Wien

Wie diepresse.com berichtet, wird der Kaufpreis auf 600 bis 700 Millionen Euro veranschlagt. Sollte sich diese Schätzung bewahrheiten, wäre es der kostspieligste Immobilientransfer in der Geschichte Wiens. Zum Vergleich: Der Bürokomplex Icon Vienna wechselte seinerzeit für 500 Millionen Euro den Besitzer, das Goldene Quartier für 458 Millionen Euro.

Die Mieteinnahmen, die künftig an die ÖBB fließen würden, werden auf jährlich 30 bis 50 Millionen Euro geschätzt. Aus den Geschäftsberichten geht hervor, dass die Wien Mitte Immobilien GmbH im Jahr 2025 einen Umsatz von 41,33 Millionen Euro erwirtschaftete. Die ÖBB-Immobilienmanagement GmbH ist bereits heute der größte Hausverwalter des Landes und betreut neben konzerneigenen Liegenschaften auch Gebäude anderer Unternehmen.

Offiziell äußern sich die ÖBB zu dem Vorgang nicht. Ein Sprecher ließ jedoch verlauten: „Die ÖBB prüfen laufend den gezielten Ankauf betriebskritischer und unternehmensnotwendiger Immobilien.“ Die Absicherung von Liegenschaften an zentralen Bahnknoten bleibt damit erklärtes Ziel des Unternehmens. Zwischen einer allfälligen Vertragsunterzeichnung und dem endgültigen Closing könnten noch mehrere Monate vergehen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen