Es klingt fast wie eine Szene aus einem Kriminalfilm: Moises Tejada, ein Mann, der zu den meistgesuchten Personen der Vereinigten Staaten zählt, wird ausgerechnet in der Vatikanstadt gefasst, kurz bevor er eine Audienz bei Papst Franziskus hätte erleben können. Der 54-jährige New Yorker, der wegen Entführung und Raub verurteilt worden war, hatte eigentlich hinter Gittern sitzen sollen. Doch offenbar hatte er es geschafft, sich der Strafverfolgung zu entziehen und quer durch die Welt zu reisen.

Verhängnisvoller Toilettengang
Wie Sky News berichtet, geriet Tejada vor etwa zehn Tagen ins Visier der Polizei auf dem belebten Petersplatz in Rom – einem Ort, der von Pilgern und Touristen gleichermaßen frequentiert wird. Tejada, der sich der wöchentlichen Generalaudienz anschließen wollte, entschied sich kurzfristig schnell die Toilette aufzusuchen – doch das war ein Fehler. Die Gesetzeshüter, aufmerksam geworden, folgten ihm und nahmen den Flüchtigen zwischen gläubigen Besuchern und neugierigen Reisenden fest.
Gefährliches Gepäck
Bei seiner Festnahme entdeckten die Beamten bei Tejada nicht nur Papiere, sondern auch drei Messer mit je 20 Zentimeter Klingenlänge. Schon zuvor hatten die New Yorker Behörden veranlasst, ihn als eine „gefährliche“ Person einzustufen, die man „niemals ansprechen“ sollte. Doch die italienischen Polizeikräfte zeigten Mut und griffen ohne Zögern ein.
Tejada behauptete während seiner Festnahme, er sei direkt von der Frontlinie in dem kriegerischen Konflikt zwischen der Ukraine und Russland gekommen. Seine Reise führte ihn über Kiew und Moldawien schließlich ins Herz Italiens. Es bleibt rätselhaft, wie genau der Verurteilte seine Route wählte und warum seine Flucht gerade in der Vatikanstadt endete.
Warten auf die Auslieferung
Momentan befindet sich der gesuchte Mann in einer römischen Gefängniszelle und wartet darauf, was die Zukunft für ihn bereithält. Die Entscheidung über eine mögliche Auslieferung an die Vereinigten Staaten steht noch aus. Sicher ist nur, dass Moises Tejada seinen nächsten Auftritt nicht vor dem Papst, sondern wohl vor einem Richter haben wird.
